In Weiden arbeiten bereits vier von fünf Arbeitnehmern im Dienstleistungsbereich
Wachstum sektorenübergreifend

Weiden/Schwandorf. Aussagen zu Veränderungen in den einzelnen Wirtschaftssektoren in der mittleren und nördlichen Oberpfalz im Zeitraum zwischen 2009 (Ende der Finanzkrise) und 2014 ergänzen das Gesamtbild der Beschäftigungssituation. Allerdings erschweren Umstellungen der Statistik der Bundesagentur für Arbeit die Vergleiche.

Produzierendes Gewerbe

Dennoch zeigen die vorhandenen Daten: Mit Ausnahme der Stadt Weiden (minus 1,1 Prozent) ist im produzierenden Gewerbe in allen Regionen die Beschäftigtenzahl gewachsen. Zum produzierenden Gewerbe zählt vor allem die Exportindustrie. Die Beschäftigungszunahme liegt hier zwischen 2,6 Prozent im Landkreis Schwandorf und 14,7 Prozent im Landkreis Neustadt/WN.

Dienstleistungssektor

Aussagen zum Dienstleistungssektor insgesamt sind aufgrund von Zuordnungsänderungen in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nur teilweise möglich. Für zwei der größten Bereiche des Dienstleistungssektors liegen Vergleichszahlen vor.

So ist im Gesundheitswesen, das sind überwiegend Krankenhäuser und die Kliniken, die Beschäftigtenzahl in allen Teilbezirken zusammengerechnet um gut 3000 Beschäftigte oder 8,8 Prozent auf 12 370 angewachsen. Auch der Handel hat kräftig zugenommen und zwar um 8,1 Prozent auf 27 600 Beschäftigte. Für das Jahr 2014 hat die Bundesagentur Strukturanteile des Dienstleistungssektors an allen Beschäftigten ausgewiesen. So arbeiten in der Stadt Weiden circa vier von fünf Arbeitnehmern im Dienstleistungsbereich (78,6 Prozent), darunter vorwiegend im Handel. Ambergs Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor liegt dagegen aufgrund der dort starken industriellen Prägung der Wirtschaft nur bei 56,8 Prozent.

Mehr Akademiker

Die Akademikerbeschäftigung hat in allen Teilbezirken absolut und anteilig zugenommen, liegt aber immer noch weit hinter dem bayerischen Durchschnitt von 13,9 Prozent im Jahre 2014. Immerhin hat die Stadt Amberg mit 10,5 Prozent als einziger Bezirk einen zweistelligen Wert.

Bauwirtschaft

Tendenzaussagen sind auch zur Beschäftigtenentwicklung in der Bauwirtschaft möglich. Bayernweit ist in dieser Branche die Beschäftigung um 11,4 Prozent gewachsen. Soweit Zahlen für die mittlere und nördliche Oberpfalz vorliegen, zeigen sich ähnliche Entwicklungen.

Im Trend einheitlich verlief die Entwicklung auch bei der Leiharbeit. Bayernweit gab es eine Zunahme von 73 027 auf 122 200 Leiharbeitnehmer. Schwerpunkt der Leiharbeit im hiesigen Raum ist der Landkreis Schwandorf. Mitte 2014 waren dort 5,3 Prozent aller Arbeitnehmer als Leiharbeiter im Einsatz. In Amberg errechnen sich hierbei immerhin auch 4,3 und in Weiden 3,8 Prozent. In den übrigen Regionen hat Leiharbeit keine Bedeutung, so dass die Statistik der Bundesagentur auch nicht überall Zahlen ausweist.
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