Informationspolitik der Kliniken AG krankt
Briefe an die Redaktion

Zum Hintergrund "Asylbewerber ins Schwesternheim?" vom 30. Dezember 2014 schreibt ein Leser:

Als direkt Betroffener würden mich konkrete Fakten interessieren. Bereits Mitte Oktober habe ich von den Plänen der Kliniken Nordoberpfalz AG erfahren. Warum gehen die AG sowie die Politik jetzt erst damit an die Öffentlichkeit? Laut Verwalter des Schwesternwohnheims sollen bis Ende Januar 60 Asylbewerber einziehen, bis Mitte 2015 sollen es etwa 120 bis 150 sein. Der Mietzins, 190 Euro pro Monat, ist relativ günstig. Wenn ich durchrechne, dass die AG pro Asylbewerber mindestens 21 Euro pro Tag bekommt und ein 18-Quadratmeter-Zimmer mit drei Asylbewerbern belegt wird, komme ich auf grob 2000 Euro pro Monat.

Die Menschen werden "eingepfercht", dürfen nicht arbeiten und die AG bereichert sich an ihnen enorm. Wieso wird die Öffentlichkeit jetzt mit "nur 60 Asylbewerber" und der Aussage: "Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen", abgespeist? Hier leben Menschen aller Gesellschaftsschichten: Arbeiter, Ärzte, Studierende, Referendare. Nur ein Teil der Bewohner wurde von dem Vorhaben unterrichtet. Ist so ein Vorgehen korrekt?

Das Schwesternwohnheim ist gut belegt, die Wohnungspreise im Nahbereich des Truppenübungsplatzes sind sowieso überteuert, und wir werden "gezwungen" um- oder auszuziehen? Folgende Aussage kam telefonisch Ende November: "Wollen Sie wirklich dort wohnen bleiben? Es wird laut und sicher nicht ungefährlich. Und sobald ein Zimmer frei wird, wird es durch Asylbewerber belegt."

Laut Verwalter soll das komplette Wohnheim bis Mitte nächsten Jahres voll mit Asylbewerbern belegt werden Ich halte die Informationspolitik der Kliniken Nordoberpfalz AG deshalb für äußerst fragwürdig. Dies hat schon mit der Schließung des Krankenhauses begonnen und setzt sich hier fort.

Das ehemalige Möbelhaus Dettenhöfer wird für Asylbewerber umgebaut. Es soll mit knapp 60 Personen belegt werden. Dazu die vom Verwalter genannten 150 im Schwesternwohnheim. Die mit Sicherheit sehr traumatisierten Menschen werden in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die derzeitigen Bewohner mit Desinformation hingehalten und aus ihren Wohnungen vergrault, und das nur, damit sich eine AG, die jedes Jahr rote Zahlen befürchtet, bereichern kann? Zuerst schafft sie einen Großteil der medizinischen Versorgung in Eschenbach ab, um dann Hunderte von Menschen in ihren Räumen unterzubringen, die sicherlich eine gute medizinische Versorgung dringend nötig haben. Menschenwürdige Unterbringung, gute Integration, offene Informationspolitik, welche ja so oft propagiert wird, ist dies alles nicht.

Klaus WallukatEschenbach

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