Integration über die Sprache

Der Vorschlag der CSU, Migranten sollten Deutsch lernen, stößt nicht nur auf Ablehnung:

Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen. So die Forderung der CSU in einem Leitantrags-Entwurf für ihren Parteitag. Dies sorgt angeblich für Kritik, Kopfschütteln und Spott. Dabei versucht sich wieder eine bestimmte Spezies von Realitätsverweigerern, Multi-Kulti-Träumern und Sozialromantikern bemerkbar zu machen, die ansonsten keine verwertbaren Lösungsansätze für derlei Probleme parat haben.

Was ist eigentlich so verwerflich an der Forderung der CSU? Man mag es kaum glauben, aber es gibt auch Politiker, wie den von mir persönlich sehr geschätzten Wolfgang Bosbach (CDU), die diese Forderung durchaus positiv beurteilen. Dass dieser Antrag auch ein gewisses politisches Kalkül beinhaltet, ist erkennbar. Aber ist das nicht legitim?

Nach jedem Gipfel unserer "Integrationsexperten" ist man sich einig, dass die unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration u.a. das Beherrschen der Landessprache ist. Alle, die über diesen Vorschlag spotten, sollten sich die Erfahrungen von Schulleitern in vielen unserer Großstädte zu Gemüte führen. Da wird darüber geklagt, dass ein großer Teil der neu eingeschulten Migrantenkinder unserer Sprache nicht mächtig ist und somit dem Unterricht nicht folgen kann. Schuld daran ist nicht unsere fehlende Willkommenskultur, wie es uns die rot-rot-grüne "Fraktion" gerne vorhält, sondern die Tatsache, dass zu Hause kein Deutsch gesprochen wird, weil viele Eltern dies nicht für nötig erachten oder die Sprache selbst nicht beherrschen.

Frank Werner vom "Neuen Tag" hat sich unter der Überschrift "Mia san mia" auch des Themas angenommen und es sich nicht verkneifen können, diesen Antrag der CSU mit der AfD und deren "rechtspopulistischen Parolen" in Verbindung zu bringen. Das greift zu kurz.

Werner Mörtl,92670 Windischeschenbach
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