Intensiv mit Leuten sprechen
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Großer Einsatz für Flüchtlinge" vom 19. Januar, der den Start des "Netzwerkes Asyl" beleuchtet, schreibt ein Leser:

Der Bericht ist ja sehr positiv. Die Stadt Weiden hatte dazu schon immer ein offenes Ohr. War es die Grenzöffnung oder waren es die Spätaussiedler aus den verschiedensten Ländern des Ostens. Dass sich Frau Nadine Röckl-Wolfrum auf die Seite der Asylbewerber stellt, versteh ich zwar, ist auch ihr Job. Sie prangert die Verhältnisse in der Küche an. 50 Personen werden nie die fünf Herde benötigen.

Würde man in jedes Zimmer einen Herd stellen, bestehe die Gefahr, dass es im Zimmer bald mal brennt. Die Menschen haben Probleme mit der Technik. Sie stellen den Kochtopf auf den Herd, schalten auf die höchste Stufe und verschwinden. Es kocht über, egal was drin ist. Sauber wird die Platte nicht gemacht. Oder sie schalten die Platte nicht aus, weil sie mit dem Topf woanders hingegangen sind. Sie kommt zum Glühen. Dann war es keiner, wenn man sie darauf anspricht. Alles selbst schon erlebt als Heimleiter in Weiden.

Vielleicht könnte Frau Röckl-Wolfrum ihren Arbeitsplatz mal für eine Woche in die Küche verlegen. Besser wäre es noch, es wird jemand eingestellt, der sich nur um die Sauberkeit der Küche kümmert. Nur, wer bezahlt das wieder? Wie wäre es, wenn die Sozialpädagogin intensiv mit den Leuten spricht - und dies nicht nur einmal. Die Antwort darauf lautete dann meist: "Das ist nicht meine Arbeit, ich hab was anderes zu tun."

Werner Arnold, Neustadt/WN

Immer sind die anderen schuld

Ein Leser äußert sich zum Bericht "'Boomtown' ohne Geld" vom 17. Januar.

Den Begriff "Boomtown" hat man auch schon anderen Lokalpolitikern um die Ohren gehauen. Da hatte Weiden aber noch "Geld". Der Bericht erinnert an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit: "Wir sind arm, aber sexy." Ich will ja keinen Vergleich zwischen Berlin und Weiden ziehen, aber gewisse Parallelen ergeben sich doch. Während Berlin vom "Länderfinanzausgleich" profitiert, bekommt Weiden "Konsolidierungsbeihilfen". Der Bayerische Rundfunk bekommt den "Schwarzen Peter", weil er alles kaputt gemacht habe, was in den letzten zwei Jahren aufgebaut worden sei. Es ist nicht aufgebaut, sondern verkauft und getrickst worden. Wer hat denn den Wald verkauft, die Tiefgarage oder andere Immobilien versilbert? Wer hat denn einen rechtswidrigen Festplatz gebaut? Doch nicht der BR!

Immer sind die anderen schuld. Wenn alles nicht mehr weiterhilft, die inzwischen zehn Jahre zurückliegende Vergangenheit. Merke: Wenn alles verkauft oder versilbert ist, lebt man arm, aber glücklich. Glückliches Weiden!

Joachim Strehl, Weiden

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