Interessanter Fund in Jerusalem
Weinpresse und römisches Badehaus

Jerusalem. Israelische Archäologen haben auf dem Gelände des ehemaligen deutschen "Schneller-Waisenhauses" in Jerusalem eine 1600 Jahre alte Weinpresse sowie ein römisches Badehaus gefunden. Nach Angaben der israelischen Antikenbehörde (IAA) handelt es sich um Rettungsgrabungen vor Baubeginn von Wohneinheiten für strenggläubige jüdische Bewohner des Viertels. Die nun gefundene Anlage umfasst eine mosaikverzierte Weinpresse sowie acht Zellen für die Lagerung der Trauben und die Verarbeitung des Weins. Die Archäologen gehen laut Mitteilung davon aus, dass das Weingut zu einem Herrenhaus gehörte.

Zudem stießen die Archäologen auf Reste eines römischen Badehauses, darunter Terrakotta-Rohre sowie Tonziegel mit dem Stempel der zehnten römischen Legion. Nach Einschätzung der Forscher könnte das Gelände des Schneller-Komplexes in römischer Zeit eine Nebenanlage der am nördlichen Stadteingang zu Jerusalem gefundenen Hauptsiedlung der Legion gewesen sein. Frühere Grabungen auf dem Schneller-Gelände hatten Überreste einer jüdischen Siedlung aus der Zeit des zweiten Tempels hervorgebracht.

Militärstützpunkt


Das 1860 vom deutschen protestantischen Lehrer und Missionar Johann Ludwig Schneller gegründete "Syrische Waisenhaus" diente nach der Vertreibung seiner deutschen Bewohner in britischer Mandatszeit zunächst den Briten und dann bis 2008 der israelischen Armee als Militärstützpunkt.
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