Jahresrückblick 2015
Von Apple-Watch bis Thermomix: Die Szene-Begriffe des Jahres

Selfie-Stick, Kelly Osbourne im Granny Hair-Look, das Jugendwort des Jahres, den Gastro-Trend Ceviche, "Urban Beekeeping", Fitness-Armbänder, "Cold Brew"-Kaffee, der Thermomix und Jan Böhmermann - alles Szene-Themen des ausgehenden Jahres. Bilder: dpa

Binge-Watching, Ceviche, Dadbod, Smombie, Yucci. Keine Ahnung, was gemeint ist? Das sind die Begriffe des Jahres, die Leute am Puls der Zeit beschäftigten.

Eine Auswahl, was 2015 Szene-Hit zu sein schien. Phänomene, meist englische Begriffe, Trends des Jahres - alphabetisch geordnet:

Apple Watch: Am Anfang war viel Werbung und Tamtam - das angeblich persönlichste Gerät von Apple. Vielleicht ist es aber zunächst doch nur eine Uhr mit Plastikarmband, vom Design her fast Billig-Look.

Binge-Watching: Binge-Watching (viele Folgen am Stück gucken) ist bei US-Serien längst angesagt. 2015 fiel auf, dass auch große deutsche Sender das Verhalten den Zuschauern nahelegen (etwa bei "Weissensee").

Ceviche: In-Food. Peru-/Lateinamerika-Fans schätzen es längst. Als Gastro-Trend in Europa und Deutschland eher neu. Bei dem Verfahren werden Fisch und Meeresfrüchte mit Limettensäure quasi gegart.

Dadbod: Was Normcore 2014 war (Hype um den Normalo-Look), war 2015 die Diskussion um den Dadbod (Vaterkörper, Papa-Bauch). Auch Hollywood-Stars zeigten ihr Bäuchlein am Strand. Ausgangspunkt: der Artikel einer US-Studentin ("Why girls love the dad bod").

Foodporn: Mancher sagte, Instagram sei schon wieder out, bei vielen kam das Foto-Netzwerk aber erst 2015 an - und damit Hashtags wie #Foodporn (leckeres Essen) oder #Earthporn (schöne Landschaftsbilder).

Ghosting: In diesem Jahr populär gewordenes Wort aus Amerika fürs Schlussmachen ohne jegliche Erklärung. Wenn sich der Partner in Luft aufzulösen scheint und nicht mehr meldet und reagiert. Es wirkt so, als hätte man mit einem Gespenst oder Geist (ghost) zu tun gehabt.

Half-Bun: Der letztes Jahr so gehypte Dutt wurde dieses Jahr vom "Half-Bun" (funktioniert wie das Original - nur dass die meisten Haare noch offen nach unten hängen) eingeholt.

Jan Böhmermann: Das Fernsehen der Jugend ist ja angeblich Youtube, doch Moderator Jan Böhmermann macht sein Ding multimedial in Netz und Fernsehen - seit 2015 läuft sein "Neo Magazin Royale" sogar im ZDF-Hauptprogramm.

Kalter Kaffee: Bleibt immer angesagt, ist aber eben nicht immer ein Heißgetränk. 2015 wurde "Cold Brew" zum größeren Thema. Das ist kein kalt gewordener Kaffee, sondern aufwendig mit kaltem Wasser aufgesetzter Kaffee, der stundenlang im Kühlschrank zieht.

Mansplaining: Von "Man" (Mann) und "explaining" (erklären) - neues Wort im deutschen Feuilleton, im Zusammenhang mit einem Buch der feministischen amerikanischen Denkerin Rebecca Solnit. Das Phänomen dahinter: wenn Männern Frauen besserwisserisch die Welt erklären.

Oma-Haar: Als "Granny Hair" wird es bezeichnet, wenn die Haare silbern wie bei Oma sind: Lady Gaga, Rihanna und Kelly Osbourne machten diesen Trend mit. Beim Friseur sitzt man dafür stundenlang. Es ist wie beim Männerdutt: Nicht jeder findet es schön.

Paleo/Paläo: Essen, das schon in der Steinzeit da war: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Beeren, Gemüse, Pilze, Nüsse und Honig. Alles, was durch Ackerbau und Viehzucht dazukam, lässt man weg.

Quantified Self: Der Mensch wird maschinistisch. Viele finden es toll, Körperwerte in Einzeldaten zu zerlegen und per App anzeigen zu lassen. Die Datensammelei bei Sport oder sogar Schlaf ist Megatrend.

Selfiestangen: Selfie-Sticks waren die Peinlichkeit des Jahres - die Stangen, die als eine Art verlängerter Arm bei Handy-Selbstporträts dienen. Sie waren 2015 in immer mehr Museen oder Parks unerwünscht.

Thermomix: Der kochende Mixer wurde 2015 zum großen Thema für Hobbyköche und Medien. Discounter versuchten sich an Kopien der recht teuren Vorwerk-Küchenmaschine (etwa 1000 Euro), die wiegen, kochen, garen, Teig kneten oder auch Eis machen kann.

Urban Beekeeping: Nach dem Urban Gardening, also dem Gärtnern in der Stadt, schien nun plötzlich das Imkern in der Stadt, also das Urban Beekeeping, zu boomen.

Zahlen: Nach Zahlen malen, Mandala-Malen, Malbücher - der Trend zum Ausmalen galt dieses Jahr vielleicht als farbenfroher Protest gegen Selbstoptimierung und Smartphone-Stress. Star der Ausmal-Szene ist die schottische Illustratorin Johanna Basford ("Enchanted Forest").
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