Junges LTO-Ensemble entführt das Publikum in die fantastische Welt von Peer Gynt
Märchen, Lügen, sonderbare Geschöpfe

Peer Gynt" gilt als nordischer Faust. Vorlage zu dem Theaterstück ist das gleichnamige dramatische Gedicht, das der norwegische Dramatiker und Lyriker Henrik Ibsen vor fast 150 Jahren verfasst hat. János Kapitány und Michelle Völkl inszenieren das phantastische Abenteuer, das der deutsche Regisseur und Autor Thomas Birkmeir im Jahr 2000 für das Renaissancetheater Wien bearbeitet hat.

"Den Zuschauer erwartet eine aufgefrischte Übersetzung des klassischen dramatischen Gedichts von Ibsen", erklärt Kapitány. Zum einen gebe es kein Reimschema, zum anderen schlüpften die Schauspieler immer wieder in die Rolle eines Erzählers. "Dadurch verschmelzen spielerische und narrative Ebenen miteinander." Das achtköpfige LTO-Ensemble sorge in verschiedenen Rollen und an unterschiedlichen Schauplätzen überdies für eine eigene und angedeutete Geräuschkulisse, verrät der Regisseur.

"Sinn und Zweck dieses Konzepts ist, die Fantasie des Zuschauers anzuregen und dadurch mit eigenen Erfahrungen und Bildern zu verknüpfen." Das Publikum solle so einen Zugang zu Peer Gynts fantastischer Welt voller Märchen, sonderbarer Geschöpfe und Lügengeschichten bekommen. Interessant zu beobachten werde auch sein, wie Peer Gynt als einziger Junge dem dominierenden Gegenpart von sieben jungen Mädchen Paroli bietet.

Zur Geschichte: Der verträumte Außenseiter Peer wächst bei seiner Mutter in einem Dorf auf. Er flüchtet sich immer wieder in seine eigene fantastische Welt. Nur in dem Mädchen Solvejg findet er eine Seelenverwandte. Peer zieht es schließlich hinaus in die weite Welt, wo er gefährliche Abenteuer erlebt.

Spannend finden die Regisseure vor allem die Vielfalt bedeutender Themen in dem Stück: die erste Liebe, das Aufwachsen ohne Vater, die Suche nach dem Platz im Leben. "Besonders reizt uns das Thema, inwiefern man, in Bezug auf unsere heutige, schnelllebige Gesellschaft, seine Fantasie und Kreativität zur freien Entfaltung kommen lassen darf. Und nicht minder die Tatsache, warum viele Menschen immer wieder keine Akzeptanz in der Gesellschaft finden."

Spielort ist Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß - Aufführungstermine: 6., 11., 12., 18., 25. und 26 Juni jeweils um 20 Uhr sowie am 21. Juni um 18 Uhr.
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