Kann Jeep auch cheap?

Der Cherokee ist im Segment der SUV erfolgreich unterwegs. Neu ist ein sparsamer 2,2-Liter-Diesel, den Jeep mit einer neunstufigen Automatik kombiniert. Geht gut, schluckt wenig. Bilder : Ascherl

Die Marke stand und steht noch immer für eine ganze Fahrzeugklasse: Ein Jeep ist ein Geländewagen, egal ob Toyota, Mercedes oder Rover draufsteht. Es gibt aber auch das Original - eben von Jeep. Die Amis kommen jetzt mit einem neuen Diesel für den Cherokee und einer 20 000-Euro-Version des Renegade um die Ecke. Jeep und billig - geht das?

Denn der Renegade teilt sich seinen Unterbau mit dem Fiat 500 X, und er ist nicht zwingend auf allen Vieren unterwegs. Wer sich also mit 110 Benzin-PS, Frontantrieb und der Basisausstattung "Sport" begnügen kann, darf den mit viel Lifestyle-Attitüden ausgestatteten Renegade schon für 19 900 Euro sein eigen nennen. "Nackt" ist ein solcher Jeep dennoch nicht: Klima, Radio und Bluetooth mit Touchscreen kommen serienmäßig mit. Für den Boulevard und Überland-Ausflüge genügt der willig drehende Einstiegsmotor durchaus.

Noch einen Deut schärfer geht der um 200 Kubik kleinere aber 30 PS stärkere 1.4 Multiair zur Sache. Der lässt sich neuerdings auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe kombinieren (ab 24 600 Euro in der bessern Longitude-Ausstattung). Jeep gibt vier Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

Die gelten auch für den Cherokee, der die Gleichung Jeep=teuer ebenfalls widerlegt. Als 140-PS-Fronttriebler ist der große Ami schon für 32 900 Euro zu haben. Wer's ein wenig kräftiger mag, greift zum neuen 2,2-Liter-Diesel mit wahlweise 185 PS (ab 40 600 Euro mit Allrad, Ausstattung "Longitude") oder 200 PS. Der spritzt den Kraftstoff mit 2000 bar Druck ein und erreicht sein maximales Drehmoment von 440 Nm bei 2000 Umdrehungen. Leiser und sparsamer als der Vorgänger, erfüllt der Cherokee Euro 6 ohne die Beigabe von Additiven; Jeep erreicht das durch zwei separate Abgasrückführungssysteme. Der Turbolader im 2.2 arbeitet mit variabler Turbinengeometrie, der Generator erzeugt nur den Strom, der auch gebraucht wird, und die Ölpumpe liefert ihren Druck ebenfalls bedarfsgerecht. Das spart Sprit (Durchschnittsverbrauch 5,7 Liter).

7370 Autos hat Jeep im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland verkauft, mehr als drei Mal soviel wie 2011. Für die nächsten Jahre kündigt die Marke ein C-SUV zwischen Renegade und Cherokee an (2016), einen neuen Wrangler (2017) den neuen Grand Cherokee (Anfang 2018) und einen Range-Rover-Konkurrenten Grand Wagoneer (Ende 2018) im Luxus-Segment. Billig wird der dann sicher nicht.
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