Kasten wagen

Der neue Caddy hat an Front und Heck ein paar Retuschen erhalten. In der Mitte der Kastenwagen für den Handwerker, flankiert von den Kombis. Links der Maxi mit langem Radstand. Bild: VW

Kasten war gestern: Mit dem neuen Caddy bringt VW fast so etwas wie Stil in die Sparte der Stadt-Transporter. Wobei: Längst teilen sich praktisch denkende Familienväter die Liebe zum Caddy mit den Profis vom Handwerk.

Die Pkw-Variante macht schon annähernd die Hälfte der Zulassungen aus. Generation Nummer vier ist jetzt am Start: Leiser, sparsamer, wertiger. Ist die Starrachse hinten, wie sie auch der Neue hat, noch zeitgemäß? VW sagt ja, weist auf Verbesserungen am Fahrwerk und auf die enorme Zuladung hin, die eben nur mit dieser Technik möglich sei. 1,5 Millionen Caddy hat VW verkauft, seit der erste - damals als Rucksack-Variante des Golf I - auf den Markt kam. Generation Four - so auch der Name eines Sondermodells zur Einführung - kommt in zwei Längen, als Kasten und als Pkw und in vier Ausstattungslinien: Conceptline, Comfortline, Trendline und Highline. Sie packt bis zu 4,13 Kubikmeter in den Laderaum, darf bis zu 1500 Kilogramm ziehen oder auch sieben Personen transportieren. Die Durchladelänge beträgt bis zu 3,05 Meter, und die überarbeitete Sitzanlage verspricht hohe Variabilität. "Vom Ein- zum Siebensitzer in Sekunden", hieß es jetzt bei der Fahrvorstellung.

Einen Liter weniger

Der Caddy kommt mit Klapp- oder Flügeltüren und lässt sich mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ordern. Unter der Haube arbeiten neue Motoren. Die Benziner leisten zwischen 90 und 125 PS, die Diesel zwischen 75 und 150 PS und der neue Erdgasmotor 110 PS. Sparmeister ist der 102-PS-Diesel mit Blue-Motion-Technologie (Start-Stopp-System, Bremsenergie-Rekuperation, rollwiderstandsoptimierte Reifen), dem 3,8 Liter Treibstoff für 100 Kilometer Fahrt genügen. Die CO2-Emission bleibt bei diesem Caddy unter 100 Gramm. Ein großer Wurf ist der neue Dreizylinder-Benziner mit 90 PS, der sich für Stadtflitzer-Aufgaben empfiehlt. Quer durch die Modellpalette konnte VW-Nutzfahrzeuge den Verbrauch um durchschnittlich einen Liter senken.

Nicht nur bei den Motoren haben die Ingenieure ungeniert ins Golf-Regal gegriffen. Im Caddy findet sich vielmehr eine Fülle der Assistenten aus dem Bestseller und Infotainment auf dem neuesten Stand. Der Caddy parkt jetzt selbst ein, regelt den Abstand zum Vordermann per Radar und vermeidet Unfälle in der City selbstständig - teils serienmäßig, teils gegen Aufpreis. Das Radio versteht sich mit dem Smartphone, das Navi arbeitet endlich flott, Musik empfängt er aus allen Kanälen. Der Kastenwagen startet bei netto 14 785 Euro (brutto 17 594 Euro), der Kombi kostet inklusive Steuer ab 18 159 Euro. Deutlich sind die Unterschiede zwischen Kasten und Kombi im Innenraum. Der Kasten bietet mehr offene Ablagen und robustere Flächen, während der Pkw mit geschlossenen Fächern und höherwertigeren Materialien aufwartet. Auch gibt es wieder eine Variante für Camper. Der ehemals Tramper genannte Lifestyle-Caddy heißt jetzt Beach (wie der große Bruder T6 California) und bietet zwei Schlafplätze und pfiffige Aufbewahrungslösungen. In Verbindung mit Allradantrieb wird er zum Traumauto für Naturburschen.

Er bleibt cool

Ach so: Gefahren sind wir natürlich auch: Sicher, leise, unkompliziert und - wegen der Starrachse - unbeladen ein klein wenig rumpelig; so fährt sich der neue Caddy, der ein ganzes Stück besser geworden ist, von seiner sachlichen Coolness aber nichts eingebüßt hat.
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