Katholiken bekommen eine neue Bibel
Mit Herzblut

Friedhelm Hofmann, Bischof von Würzburg und Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, präsentiert die neue Bibel. Bild: dpa

Tübingen/Fulda. Nach 30 Jahren erhalten die Katholiken eine neue Bibel. Der Inhalt wurde dabei nicht verändert, aber die Sprache. Außerdem wurden Fehler ausgebessert. Der Leiter des Projekts, der mittlerweile emeritierte Erfurter Bischof Joachim Wanke, sagte am Rande der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda, bei der neuen Einheitsübersetzung handele es sich um eine "moderate Revision", die die frühere, 30 Jahre alte Fassung "weithin bewahrt" habe. Zugleich bringe sie an vielen Stellen Fortschritte an Genauigkeit, an Texttreue und Verständlichkeit. In das Werk sei "viel Herzblut" geflossen.

Wanke betonte, eine Übersetzung sei immer auch Interpretation. Die Neuausgabe nähre sich den Urtexten wieder an und "zeigt Mut zu biblischen Redeweisen". Der Vorstandsvorsitzende des Katholischen Bibelwerks, Michael Theobald, sagte in Tübingen, die neue Übersetzung enthalte in fast jedem Absatz Änderungen.

Dabei seien neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den frühesten Texten der Bibel eingearbeitet worden. So sei deutlich geworden, dass der Apostel Paulus nicht zwei Männer mit Namen Andronikus und Junias grüßen ließ und sie als Apostel bezeichnete, sondern das Ehepaar Andronikus und Junia.

Bibel der Protestanten


Der Bibelwissenschaftler betonte, es seien auch offensichtliche Übersetzungsfehler früherer Bibel-Fassungen beseitigt worden. So sei beispielsweise Paulus in der bisherigen Übersetzung der Begriff der "Verwerfung" der nicht an Jesus glaubenden Juden in den Mund gelegt worden. Jetzt sei korrekter von ihrer "Zurückweisung" die Rede. Im Herbst will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch eine Neufassung der Lutherbibel vorstellen.
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