Kein Ort für uns Menschen

Eine Weltraum-Sonde hat nach einer langen Reise den Pluto erreicht. Forscher wollen mit ihrer Hilfe den Zwergplaneten näher unter die Lupe nehmen. Denn der Pluto ist einer der Himmelskörper, von denen die Forscher noch sehr wenig wissen.

Nur Felsbrocken, Krater und Eis, so weit das Auge reicht. Es ist dunkel, selbst tagsüber. Die Sonne scheint zwar durch einen gelblichen bis rosafarbenen Nebel hindurch. Aber sie ist so weit weg, dass man sie nur als funkelnden Fleck am Himmel erkennen kann. So in etwa würde es wahrscheinlich aussehen, wenn du auf dem Pluto stehen würdest. Das ist ein Zwergplanet am äußeren Rand unseres Sonnen-Systems.

Viel viel leichter

Der Pluto ist viel kleiner als die Erde. Noch kleiner als unser Mond. Seine Anziehungskraft ist dadurch sehr gering. Deshalb wären auch seine Besucher viel leichter. Ein Kind, das eigentlich 30 Kilogramm wiegt, würde dort keine 2 Kilo auf die Waage bringen.

So könntest du tolle Luftsprünge und Saltos ausprobieren. "Dafür müsste man aber eine ganz schön lange Anreise in Kauf nehmen", sagt der Planeten-Forscher Roland Wagner. Man wäre von der Erde aus viele Jahre unterwegs. Für uns Menschen wäre der Pluto ein sehr ungemütlicher Ort. "Auf der Oberfläche könnte man nur in einem besonderen Raumanzug überleben", sagt der Fachmann. Dieser müsste uns zum Beispiel schön warm halten.

Denn auf dem Pluto ist es etwa minus 230 Grad kalt. Das ist so kalt, dass dort Stoffe zu Eis gefrieren, die auf der Erde in der Luft schweben. Würde es dort Luft zum Atmen geben, dann würde sie in Form von Eisbrocken auf dem Boden herumliegen.

Viel ist über den Pluto nicht bekannt. Er ist zu weit weg, um ihn von der Erde aus näher untersuchen zu können. So konnte sich der Himmelskörper lange vor den Beobachtern auf der Erde verstecken. Erst im Jahr 1930 ist Pluto entdeckt worden, sagt der Experte. Ein junger Sternenforscher aus dem Land USA stöberte ihn auf. Das ist jetzt 85 Jahre her.

Sonde losgeschickt

Man weiß also seit längerer Zeit, dass es Pluto gibt. Klar, dass Weltraum-Forscher mehr über Pluto wissen wollen. Darum schickten sie vor neun Jahren eine Sonde los. Sie heißt New Horizons (gesprochen: nju horaisens). Sie hat es inzwischen ganz in die Nähe des Zwergplaneten geschafft. Gerade hat die Sonde damit begonnen, mit ihren Kameras den Pluto und seine Umgebung zu fotografieren. "Die Sonde wird hoffentlich gute Aufnahmen von den Kratern des Pluto zu uns senden können", sagt Roland Wagner. An denen können die Forscher zum Beispiel erkennen, wie lange Pluto schon um unsere Sonne kreist.

Im Juli hoffen die Wissenschaftler auf die ersten scharfen Fotos. Sie sollen zeigen, wie die Oberfläche des Pluto genau aussieht. Welche Gesteine und Eis-Schichten es dort gibt und was für ein Wetter auf dem Zwergplaneten herrscht.
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