Keine Entschädigung
Eltern der toten „Gorch Fock“-Kadettin gehen leer aus

Nach dem Tod ihrer Tochter vor acht Jahren bekommen die Eltern der Bundeswehr-Kadettin Jenny Böken keine Entschädigung. Die jungen Frau war auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" (Bild) über Bord gegangen. Bild: dpa

Münster. Acht Jahre nach dem Tod der Bundeswehr-Kadettin Jenny Böken auf der "Gorch Fock" hat das Oberverwaltungsgericht in Münster eine Klage der Eltern auf Entschädigung zurückgewiesen. Dem Urteil am späten Mittwochabend gegen 22.45 Uhr ging ein fast 13-stündiger Prozesstag voraus. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Böken 2008 auf dem Segelschulschiff nicht unter "besonders lebensgefährlichen" Umständen gestorben sei.

Diese Feststellung wäre aber notwendig gewesen, damit den Eltern aus dem nordrhein-westfälischen Geilenkirchen nach dem Soldatenversorgungsgesetz 20 000 Euro zugestanden hätten. Das Gericht ließ keine Revision zu. Dagegen können die Kläger beim Bundesverwaltungsgericht Nichtzulassungsbeschwerde einlegen. Der Anwalt ließ offen, ob er dieses Rechtsmittel einlegen wird.

Nach Auffassung des Gerichts lag nach messbaren Gesichtspunkten wie den Wetterbedingungen keine besondere Gefahr für die Besatzung vor. Laut mehreren Zeugenaussagen segelte die "Gorch Fock" bei Windstärke 7 ruhig bei einer leichten Neigung im Wasser. Böken war im September 2008 nördlich von Norderney bei einer Nachtwache über Bord gegangen. Ihre Leiche wurde elf Tage später bei Helgoland in der Nordsee gefunden. Die genauen Todesumstände bleiben ungeklärt.
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