Keine Hilfe in Notsituation
Briefe an die Redaktion

Ein Wirt verärgerte einen Radfahrer aus Weiden:

Ich bin schon seit Jahren beim Förderverein Silberhütte und ich verfolge mit Anerkennung die Arbeit, die Rudi Pannrucker mit seinem Team leistet. Doch was nutzt schon der Einsatz, wenn andere dagegen arbeiten.

Ich habe vor einiger Zeit eine Radltour zur Silberhütte, die schon seit meiner Jugend mein Radl -Langlauf und Wandergebiet ist, gemacht. Die Strecke über Doost-Gaisweiher-Rumpelbachtal hat mich schon gefordert und ich steuerte sofort die Terrasse an, wo ich mir eine Brotzeit und ein dunkles Hefeweizen genehmigen wollte. Doch mit Entsetzen stellte ich fest, dass ich meinen Geldbeutel mit Ausweis, EC-Karte, Geld und Medikamentenplan vergessen hatte. Ein Anruf zu Hause und es war klar: Die Börse liegt im Keller. Gott sei Dank steckt mir meine Frau für den Notfall immer eine kleine Notration ins Wammerl. Als ich mein kleines Stückchen Brot und den Rest aus meiner Trinkflasche verzehrte, kam der Wirt und verwies mich von der mit fünf Personen kaum besetzten Terrasse. Ich erklärte, dass ich mich in einer Notlage befände, meine Geldbörse vergessen habe und deshalb bei ihm leider nicht wie üblich einkehren kann. Ich konnte auch kein Pfand hinterlassen, denn alles was ich dabei hatte (Regenhemd, Navi, Handy, Werkzeug) brauchte ich für die Heimfahrt.

Auf meine Frage, ob ich meine Trinkflasche auffüllen kann, kam für mich die niederschmetternde Antwort: "Wir sind doch kein Wohlfahrtinstitut." Also fuhr ich ohne Getränk wieder Richtung Weiden. Gott sei Dank fand ich im Wald eine Quelle, an der ich meine Flasche auffüllen konnte.

Mit meiner 10- bis 15-köpfigen Gruppe werde ich das Silberhüttengebiet als Wander- bzw. Radlziel in Zukunft nicht meiden. Ich werde allerdings die Einkehrmöglichkeiten in Gehenhammer, Altenhammer, Gaisweiher und Goldbach aufsuchen. Wenn die Urlauber auch so behandelt werden, dann "Gute Nacht" schöne Silberhütte. Dann fahren bestimmt einige Langläufer nach Neubau, Schönsee oder Rothbühl.

Bernd und Marianne Päge Weiden

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