Keine weiteren Storchenhorste
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel "Tödliche Kämpfe auf dem Alten Schloss" vom 20. Mai:

Zunächst einmal: In der Ornithologie ist seit eh und je der Revierkampf unter den Weißstörchen ein Begriff. Professor Gerhard Creutz schreibt in seinem Standardwerk "Der Weißstorch", dass ein Storchenpaar zum Überleben in Horstnähe rund 200 Hektar feuchtes Grünland braucht.

In Neustadt hat sich in den letzten Jahrzehnten die Situation beim Grünland verschlechtert, sei es durch Wegfall von Flächen, Veränderungen in der Erntepraxis und andere Begebenheiten. Daher konnten in immer wieder aufgetretenen Notfällen die Jungstörche nur durch Auslegen von Futter durch die Betreuer gerettet werden. Landwirte halfen durch Änderung ihrer Mahdtermine dankenswerterweise mit.

Die Anbringung weiterer Horste in oder bei Neustadt würde den Bestand unserer Weißstörche erheblich mehr gefährden. Die Anwesenheit mehrerer Storchenpaare führt zu ständigen Revierkämpfen mit entsprechenden Folgen, weil die Natur für mehrere Paare hier nicht mehr den Lebensraum garantiert. Ein deutliches Beispiel ist das benachbarte Floß, wo der Versuch einer Neuansiedlung vor zehn Jahren am fehlenden Grünland scheiterte und auch erneut vor wenigen Tagen eine gut gemeinte Privatinitiative.

Walter Fritsch92660 Neustadt/WN

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