Kirchengemeinde investiert rund eine halbe Million Euro in St. Jakobus in Marchaney - 1122 ...
Aus kleiner Renovierung wird nahezu Generalsanierung

Marchaney. (tr) Am vergangenen Wochenende wurde der Abschluss der Renovierung des Kirchleins St. Jakobus Major (des Älteren) mit dem Jakobifest gebührend gefeiert und die Kirche wieder eröffnet. Seit 2011 liefen an dem Barockjuwel zahlreiche Sanierungsmaßnahmen, die sich die Kirchengemeinde Schwarzenbach rund eine halbe Million Euro kosten ließ.

Nach Abzug der Zuschüsse von Diözese, Stadt, Landkreis sowie privaten Spenden, bleibt an der Gemeinde noch eine erkleckliche Summe hängen. Durch viel ehrenamtliches Engagement im Vorfeld und Sparen in der Zeit könne sich die Gemeinde das leisten, erklären Kirchenpfleger Willi Schicker und Mesner Siegfried Bauer. Eigentlich ging man von einer kleineren Renovierung aus. Letztendlich wurde fast eine Generalsanierung daraus. "Wenn wir eine Baustelle aufmachten, entdeckten wir schon die nächste", blicken die beiden Experten zurück.

Neben zahlreichen Firmen aus der Region waren die Spezialisten der Restaurierungswerkstätten Rudolf und Martin Eis aus Lappersdorf gefordert. Eine der aufwendigsten Maßnahmen war die Dachkonstruktion und die Neueindeckung mit Schieferplatten. Des Weiteren wurde im weiten Umgriff die Kirche komplett trocken gelegt.

Erneuert sind jetzt der Außenputz und der Anstrich an der Raumschale. Sämtliche Altäre und die Figuren aller zwölf Apostel sind neu konserviert. Komplett erneuert wurde die Sakristei einschließlich des Mobiliars. Neu sind jetzt auch der Blitzschutz, die komplette Elektrik und die Alarmanlage.

Marchaney ist ein beschauliches Dorf unterhalb des Ahornbergs. Niemand vermutet, dass dort, quasi mitten auf der grünen Wiese, eine der schönsten barocken Kirchen der Oberpfalz steht. Geweiht ist sie dem Heiligen Jakobus dem Älteren. Urkundlich erwähnt wurde sie bereits 1122. Ihre heutige Form und Ausstattung erhielt sie weitestgehend 1733.

Im Laufe der Zeit wurde das Gotteshaus, inklusive der soeben abgeschlossenen Maßnahmen, sechs Mal renoviert. Das erst Mal 1802, nachdem die Altäre und die Kanzel ihrer Zierde beraubt worden waren. 1915 fielen Teile der Kirche einer Brandkatastrophe zum Opfer. Ein neuer Dachstuhl, die Türmchen und das Dach waren die größten Posten dieser Renovierung. 1946 erfolgten Restaurierungen und Ergänzungen an den Gemälden. 1975 wurde die Kirche entfeuchtet und außenrenoviert.

1982 standen größere Maßnahmen an, die drei Jahre dauern sollten. Bei der umfassenden Innensanierung wurden unter anderem der Fußbodenbereich trockengelegt und mit Solnhofer Platten neu verlegt, das Gestühl erneuert, Putz und Stuck ausgebessert, die Raumschale nach Befund mit der Originalfarbe aus erster Zeit versehen und ein nach alten Motiven geschmiedetes Abschlussgitter eingebaut.

Die Tradition, dass darin einmal pro Monat ein Gottesdienst stattfindet, soll wieder aufgenommen werden. Die äußere Kirchentür ist tagsüber geöffnet, das Gitter dahinter verschlossen. Dadurch ist die Kirche als Ganzes gut einzusehen. Wer sich die Kirche genauer ansehen will, kann den Kirchenpfleger Willi Schicker unter (09635) 1012 anrufen, damit er das Gotteshaus aufsperrt. Die Kirche in Marchaney ist eine typische "Hochzeitskirche". 60 Leute finden darin einen Sitzplatz.
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