Kleine Krone, dicker Stamm
Leserbrief

In den vergangenen Wochen führte der Bauhof Oberviechtach Baumpflegearbeiten aus. Zum Zustand und der Behandlung von Bäumen im Stadtbereich machte sich ein Leser Gedanken:

"Bäume in der Stadt bringen ein Stück Natur in den ansonsten von Häusern und Straßen dominierten Bereich, man denke nur an die angenehme Atmosphäre in Biergärten unter hohen Bäumen. Was aber in den letzten Wochen diesbezüglich geschehen ist, ist kein Anlass zur Freude, ganz im Gegenteil, der vielfach praktizierte radikale Baumschnitt soll an einigen ausgewählten Beispielen näher betrachtet werden. Man denke nur an die Bäume in der Nabburger Straße. Bei diesen armseligen, verkrüppelten Gebilden möchte man das Wort "Baum" gar nicht mehr verwenden.

Nicht viel besser sieht es auf dem Parkplatz beim ehemaligen Volksfestplatz (Gressergarten) aus. Als dort Bäume gepflanzt wurden, konnte man darauf warten, dass sich diese harmonisch mit den großen Bäumen am Marktweiher zusammenfügen. Aber daraus wurde nichts, auch diese Bäume wurden radikal zurückgestutzt. Der Blick geht weiter zum Wolfgrubenweg. Nachdem hier vor einigen Jahren am Straßenrand Bäume gepflanzt wurden, bot sich die Chance, dass diese bald zu einer stattlichen Halballee heranwachsen könnten, die den Weg vom Friedhof bis zum Gewerbegebiet säumt.

Aber weit gefehlt. Durch radikalen Zuschnitt wurden diese Bäume arg verstümmelt. Das gleiche trostlose Bild findet man übrigens auch in den Seitenstraßen zum Wolfgrubenweg. Wie schön wirken dagegen die hohen Bäume an der Teunzer Straße gegenüber dem Krankenhaus. Werden Bäume so stark zurückgeschnitten, bilden sie anschließend viele lange Triebe. Diese sehen unschön aus und müssen deshalb bald wieder geschnitten werden. Die Gelegenheit zur Bildung einer schönen Baumkrone ist für immer vertan; die Bäume werden jedoch im Stamm immer dicker. Dadurch wird das Missverhältnis zwischen zu kleiner Krone und zu dickem Stamm immer ausgeprägter. Schade darum, es ginge auch anders und schöner."

Wolfgang Graf, Oberviechtach

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