Kleine Wasserkraftwerke volkswirtschaftlich völlig unbedeutend

Zum Bericht "Wasser auf die Mühlen":

Es ist gut, dass Rechtsanwalt Hans-Peter Lang bei der Versammlung des Landesverbandes Bayerischer Wasserkraftwerke seine "ausgereifte Technologie" total positiv bewertet. Der von ihm angeführte Anteil der Wasserkraftwerke (WKW) von 41 Prozent der erneuerbaren Energie ist zwar richtig, stellt aber die Statistik in ein ganz anderes Licht. In Wirklichkeit ist die Wasserkraft in Bayern nur mit 15 Prozent an der gesamten Energieerzeugung beteiligt. Würde man alle Flüsse und Bäche zubetonieren, begradigen und alle WKW modernisieren, dann könnte man auf etwa 17 Prozent Wasser-Strom kommen. Die "Kleinen" erzeugen nur 5 Prozent des gesamten Wasser-Stroms. Die kleinen WKW sind also volkswirtschaftlich völlig unbedeutend, privat jedoch ein schöner Nebenverdienst.

Es ist Tatsache, dass die Energiewende allein mit Wasserkraft nicht zu schaffen ist. Jedes Querbauwerk behindert die Durchgängigkeit der Fische und anderer Lebewesen, verändert das Ober- und Grundwasser und die Fluss-Morphologie. "Totale Romantik", siehe auch Sauerbachtal mit früher 7 Mühlen, Schwarzachtal auf 5 Kilometer 8 Kraftwerke, Ascha auf 2 Kilometer 4 Kraftwerke. Wasserentzug auf der Pfreimd von der Kainzmühlsperre bis Reisach, auf der Eger das ganze "Wellertal" , das sind nur einige Beispiele. Wir haben gehofft, dass die Europäische Wasser-Rahmen-Richtlinien eine Besserung bringen.

Aber da haben wir uns getäuscht. Es wird weiter Fisch geschnitzelt, die Restwasser-Verordnung nicht eingehalten, die Durchgängigkeit der Lebewesen und Geschiebe verhindert. Die Fischaufstiege sind zum Teil unwirksam, weil sie zu weit vom Wehr entfernt sind und zu wenig Lock-Strömung bieten. Wie wollen die kleinen WKW zur Energiewende beitragen, wenn man z.B. die Wasserstände vom 19. Juli betrachtet?: Pegel Windischeschenbach 1,66 cbm/sec, Erbendorf 0,71 cbm/sec, Weiden 0,64 cbm /sec, Böhmischbruck 1,32 cbm/sec. Die WKW Unterwildenau und Sperlhammer haben ihre Stromproduktion wegen Wassermangel eingestellt. Im Mittelgebirgsraum ist mit Wasserkraft nicht viel Energie zu holen.

Rudolf Frieser, 92637 Weiden Ehrenvorsitzender Bezirk Oberpfalz des Bayerischen Kanu-Verbandes
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