Kleiner Geldbetrag mit großer Wirkung
Briefe an die Redaktion

Zur Berichterstattung über die Ferienbetreuung in Rothenstadt, welche die Stadt gestrichen hat:

Einsparungen. Ein Wort, das in der Stadt Weiden neuerdings groß geschrieben wird. Auch wenn es nur um kleine Beträge von beispielsweise 5500 Euro geht. Was aber hinter diesen kleinen Geldbeträgen genau steckt, wird oft vergessen, da nur die nackten Zahlen gesehen werden und nicht das, was dieses Geld bewegen kann oder wofür genau es benötigt wird.

In diesem Fall geht es um die Ferienbetreuung in Rothenstadt, die schon seit Jahren von der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler organisiert wird und in allen Schulferien stattfindet. Eine sehr sinnvolle Einrichtung, wie wir finden: In einer Welt, in der alles immer schneller und sofort geschehen muss, wird viel zu wenig berücksichtigt, dass es Eltern gibt, die arbeiten müssen, wenn ihre Kinder Ferien haben. Die Ferienbetreuung ist meist eine sehr gute und willkommene Alternative, um den Arbeitsalltag trotz der Ferien bewältigen zu können.

Dort spielen, basteln und essen die Kinder gemeinsam, machen Ausflüge wie zum Beispiel eine Kanufahrt auf der Waldnaab oder besuchen die örtliche Feuerwehr. Diese Aktionen haben ihnen immer sehr viel Spaß gemacht und sind sehr gerne angenommen worden. Es ist für eine Stadt und für eine angeblich familienfreundliche SPD schon fast eine Unverschämtheit und ein Hohn, diese Ferienbetreuung wegen einem im Vergleich zum Gesamthaushalt sehr geringen Geldbetrag von 5500 Euro zu streichen und dies einmal mehr auf die andauernden Einsparmaßnahmen zu schieben. Der Oberbürgermeister und seine Kämmerin machen es sich dabei schon ein wenig zu einfach.

Die Junge Union Rothenstadt fordert deswegen, dass dieses Thema in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 16. März besprochen wird. Dabei sollen die Stadträte auch auf das schauen, was dieses Geld bewirken kann. Nicht zuletzt sollen damit auch die Menschen und ihr Engagement gewürdigt werden. Ein vergleichsweise geringer Betrag kann viel Gutes in der Gesellschaft bewirken.

Kilian Schönberger und Benjamin Hösl, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Rothenstadt

Gewerkschaft von Realität weit entfernt

Zum Artikel "Lehrer je nach Kassenlage - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verweist auf brennende Probleme" im NT vom 19. Februar:

Das Kultusministerium kann das Anliegen von Lehrer-Organisationen, in diesem Fall der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), nachvollziehen, den öffentlichen Fokus auf die berufliche Situation ihrer Mitglieder zu lenken und dabei die Positionen der Organisation zu vertreten. Allerdings müsste sich bei diesem Beitrag die Darlegung der realen Situation von Lehrkräften in Bayern an den Fakten orientieren. Die GEW scheint in ihrer Darstellung von der Realität an Bayerns Schulen weit entfernt zu sein.

Eine Korrektur ist sinnvoll: Zum einen stehen zwischen 91,9 und 96 Prozent aller bayerischen Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen, Realschulen sowie Gymnasien in einem Beamtenverhältnis; unbefristete Angestelltenverträge kommen hinzu, so dass der verbleibende Anteil der nur befristet angestellten Lehrkräfte verschwindend gering ist. Alle angestellten Kollegen werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) entsprechend bezahlt und sind entsprechend abgesichert.

Auch die Quote des Unterrichts, der ersatzlos ausfällt, ist niedrig: Im Schuljahr 2013/14 lag diese beispielsweise zwischen 0,8 Prozent an der Grundschule und 2,8 Prozent an der Wirtschaftsschule. An der Realschule entfallen 1,1 Prozent der Unterrichtsstunden. Diese Quote haben Ministerium und Schule durch enorme Kraftanstrengungen erreichen können. Zu den Instrumenten zählen z. B. die Mobile Lehrerreserve an Grund- und Mittelschulen, die Integrierte Lehrerreserve an Gymnasien sowie hausinterne Vertretungen, die über Mehrzeit abgerechnet werden kann.

Sabine HerdePressestelle des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, München

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