Klimagipfel in Paris
Mit 14 Jahren schon dabei

Wenn Ta'Kaiya durch Paris läuft, drehen sich viele Menschen nach ihr um. Sie ist 14 Jahre alt und trägt ein langärmliges, rotes Leinenkleid mit langen Fransen.

Auf dem Kopf hat sie einen großen Hut aus der Rinde des Zedernbaums. Das ist die Tracht ihres Stamms, der Sliammon im Land Kanada.

Ta'Kaiya ist nach Paris gekommen, um für ihren Stamm zu sprechen. Paris ist die Hauptstadt von Frankreich. In der Nähe trafen sich bis Samstag Menschen aus aller Welt zur Klima-Konferenz. Sie sprachen über Themen wie Klimawandel und Umweltschutz.

Ta'Kaiya wuchs in Vancouver auf. Das ist eine große Stadt an der Westküste Kanadas. In der Nähe davon sind die Gebiete, in denen die Ureinwohner Kanadas schon lange leben. Auch Ta'Kaiyas Familie kommt von da. Dort jagen und fischen die Ureinwohner in Wäldern und Flüssen. Als Ta'Kaiya 10 Jahre war, hörte sie, dass eine Öl-Leitung durch das Gebiet gebaut werden sollte. Sie befürchtete: Die Leitung könnte die Umwelt verschmutzen und das Leben ihres Stamms verändern.

Also schrieb Ta'Kaiya ein Lied über die verschmutzten Flüsse ihrer Heimat. Zusammen mit ihrer Mutter und einer Umweltschützerin überbrachte sie ihre Nachricht an den Chef der Firma, die die Öl-Leitung bauen wollte. Das Treffen sei eine spannende Erfahrung gewesen, sagt Ta'Kaiya. "Was ich daraus gelernt habe: Unterschätze nie, wie viel Macht du als junger Mensch hast."

Ta'Kaiya ist eine Aktivistin. So nennt man Menschen, die Dinge in der Welt verändern wollen. Die 14-Jährige nimmt etwa an Treffen mit Jugendlichen und Vertretern aus aller Welt teil. Sie setzt sich dort für Umweltschutz und die Rechte von Ureinwohnern ein.

Ta'Kaiya hat auch Lieder geschrieben, auf Englisch und in der Sprache ihres Stamms. "Am stärksten fühle ich mich, wenn ich vor vielen Leuten stehe und singen kann. Mit den Bildern in meinen Liedtexten kann ich Gefühle für Dinge vermitteln", sagt Ta'Kaiya.

Als Botschafterin für Kinder von Ureinwohnern sprach sie auch schon vor den Vereinten Nationen. Das ist eine Organisation fast aller Staaten der Welt. (dpa)

Die Tracht ihrer Vorfahren zu tragen, gibt Ta'Kaiya ein gutes Gefühl: "Gerade wenn ich in einer angst-einflößenden Umgebung bin, ist der Zedernhut ein Teil von mir und meiner Kultur, der mir Kraft gibt."

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