Königin kommt nach Wittenberg
Mit Altartuch im Gepäck

Die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Daniela Schadt, Bundespräsident Joachim Gauck, Königin Margrethe II. von Dänemark, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und seine Frau Gabriele (von links) beim Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Schlosskirche. Bild: dpa

Hier soll Luther seine 95 Thesen angeschlagen haben: Rechtzeitig zum 500. Reformationsjubiläum ist die Schlosskirche in Wittenberg umfangreich restauriert. Zur offiziellen Wiedereröffnung bringt Dänemarks Königin ein Geschenk mit.

Wittenberg. Die Schlosskirche zu Wittenberg in Sachsen-Anhalt, Ort des Thesenanschlags von Martin Luther, ist im Beisein von Dänemarks Königin Margrethe II. und Bundespräsident Joachim Gauck offiziell wiedereröffnet worden. Nach vierjähriger Restaurierung feierten beide dort am Sonntag zusammen mit 400 Gläubigen den Gottesdienst.

Die Königin, Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark, brachte als Geschenk einen Altarbehang mit. Die 76-jährige Monarchin hat das rote Tuch mit weißer Lutherrose und leuchtenden Flammen nach eigenen Worten selbst entworfen und bestickt. An die Tür der Schlosskirche soll 1517 Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel angeschlagen haben - das Ereignis gilt als Beginn der Reformation. Die Restaurierung der Kirche kostete rund acht Millionen Euro.

Die Königin pflanzte im sogenannten Luthergarten eine Esche. In dem Garten sollen zum 500. Jahrestag 2017 insgesamt 500 Bäume wachsen, die von Kirchen unterschiedlicher Konfessionen aus der ganzen Welt stammen. Dänemarks Kirche hatte sich 1536 offiziell der Reformation angeschlossen. "Dänemark und die dänische Kirche haben allen Grund, dankbar zu sein für die enge Beziehung zu Wittenberg", sagte die Königin.

"Schlichtweg einzigartig"


Bundespräsident Joachim Gauck riet, das Reformationsjubiläum traditionsbewusst und zukunftsorientiert zu feiern. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte über die Schlosskirche: "Als authentischer Gedenk- und Erinnerungsort, als Ursprung der Reformation und als Grabkirche Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Friedrichs des Weisen ist ihre Bedeutung schlechthin einzigartig."
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