Kohlberg feiert am Sonntag Kirchweih - Gottesdienste, kleiner Markt und viele Schmankerln - ...
Jahrhunderte alte Tradition

Die Kohlberger feiern am Sonntag Kirchweih. In beiden Kirchen finden dazu Festgottesdienste statt. Die Kirchen- und Posaunenchöre proben schon seit Wochen für dieses besondere Ereignis.

Wer sich danach ein wenig die Beine vertreten will, kann durch eine kleine Budenstadt schlendern. Rund ein halbes Dutzend Fieranten bauen ihre Stände auf und bieten allerlei Waren an - von Naschereien über Korbwaren bis hin zur Kleidung.

In vielen Familien wird die Verwandtschaft mit Kirchweihbraten und Kuchen verwöhnt. Doch auch die Gasthäuser laden zur Einkehr: Sowohl die "Zoigl-Stubn" als auch das Gasthaus Frieser haben natürlich geöffnet.

Früher ging die Kohlberger Kirchweih von Fronleichnam bis zum Sonntag danach. Urkundlich belegt ist das Fest erstmals 1723 in einer Kirchweihauflistung des Diözesanarchivs Regensburg. Wie anno dazumal ein Kirchweihmarkt vonstattenging, beschreibt der Amberger Dr. Achim Fuchs im Buch "Oberpfälzer Heimat" für Trautmannshofen, was sich aber wohl auch für Kohlberg annehmen lässt.

Im 16. Jahrhundert kamen die Händler überwiegend aus dem Umland. Sie mussten für die Teilnahme einen Kirchweihschutz berappen, aus dem bald das Standgeld wurde. Auch die Wirte hatten für ihre Genehmigung zu löhnen. Den größten Anteil an Standln hatten die Krämer, die Dinge des täglichen Bedarfs feilboten.

Im 19. Jahrhundert kamen auch Schausteller nach Trautmannshofen. 1881 wurde die erste Tanzveranstaltung genehmigt. Wie bei allen Festen floss reichlich Bier, was regelmäßig Schlägereien und "Alkoholleichen" zur Folge hatte. Fahrendes Volk und Zigeuner waren bunte Farbtupfer im Menschengewimmel. Alle wollten an den Markttagen ihren "Reibach" machen. Viele davon auch unehrlich. Diebstähle waren an der Tagesordnung.
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