Kommentar von Albert Franz
Homo-Ehe: Die Phalanx der Gegner wankt

Steilvorlage. Karikatur: Tomicek
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich gerade von einem Kommentar in der Kirchenzeitung seines Erzbistums distanziert, in dem Homosexuelle in einen Zusammenhang mit Dieben und Einbrechern gestellt wurden. Nein, die Diskriminierung Homosexueller ist nach der Lehre der Kirche nicht zu tolerieren, ließ Woelki seinen Bistumssprecher verkünden. Der Autor entschuldigte sich für den "untauglichen Vergleich".

Nicht nur die Union, auch die Kirche ringt um den richtigen Umgang mit Homosexuellen. Und das nicht erst seit Papst Franziskus erklärte, über einen Homosexuellen, der Gott suche und ein Mensch guten Willens sei, könne er nicht den Stab brechen: "Wer bin ich, ihn zu verurteilen." Auch deshalb wankt die Phalanx der Gegner einer völligen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Natürlich sperrt sich die Katholische Bischofskonferenz noch. Und Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, pocht auf den besonderen Stellenwert der Ehe: "Nur die Verbindung von Mann und Frau habe aus sich heraus generatives Potenzial." Das Beispiel Irland aber zeigt, wie schnell der Zeitgeist die Politik überholen kann. Die Union wird ihre ablehnende Haltung zur Homo-Ehe vielleicht noch diese Legislaturperiode durchhalten können. Aber auch nur, weil im Koalitionsvertrag mit der SPD dazu keine revolutionären Schritte vereinbart sind.

albert.franz@derneuetag.de
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