Kommentar von Albert Franz
Ob Klimapolitik oder Energiewende: Deutschland kann mehr

Brüsseler Ansichten. Karikatur: Tomicek
Das ist nicht die neue Notrufnummer vor der Klimakatastrophe. Das sind die Klimaziele der EU bis 2030. 40 Prozent weniger Kohlendioxid, ein Marktanteil von mindestens 27 Prozent für die erneuerbaren Energien und Energieeinsparungen von 27 Prozent. Damit will die EU die Welt retten.

Wie immer fällt der kleinste gemeinsame Nenner bei 28 Staaten nicht besonders groß aus. Bremser wie Großbritannien und Polen haben den klimapolitischen Ehrgeiz kräftig gestutzt. Umso bedeutsamer wird die Vorbildfunktion, die Deutschland bei der Energiewende hat. Obwohl die Bundesbürger nach wie vor hinter dem Projekt stehen, sind die Widerstände selbst hier riesig.

Noch viel schwieriger wird es werden, Wirtschaftssysteme wie China oder die USA, die noch mehr als andere auf Ausbeutung und Verschwendung aufgebaut sind, auf einen klima-neutraleren Kurs zu bringen. Und gänzlich ungeklärt ist, wie ärmeren Staaten und aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie Indien oder Brasilien klar zu machen ist, dass Wohlstand, der nur auf Wachstum um jeden Preis und Ausbeutung beruht, alle teuer zu stehen kommen kann.

Die Internationale der Energieverschwender und Umweltverpester muss sich klar werden, dass zu lasche Ziele verheerende Wirkungen haben können. Die jetzige Flüchtlingsbewegung dürfte nur ein kleines Rinnsal sein gegen die Flüchtlingsströme, die sich in Bewegung setzen werden, wenn das Weltklima aus den Fugen gerät. Um das zu verhindern, werden Alibi-Aktionen wie die Verordnung von Energiesparlampen und ein Leistungslimit für Staubsauger nicht reichen.

albert.franz@derneuetag.de
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