Kommentar von Albert Franz
Unangefochten: "König Olaf" deklassiert die Hamburger CDU

Es tut sich was. Karikatur: Tomicek
"König Olaf" darf weiterregieren. Kein Wunder: 85 Prozent der Hanseaten meinen, dass Olaf Scholz zu ihrer Stadt passt, 78 Prozent halten ihn für glaubwürdig und 76 Prozent sind zufrieden mit seiner Politik. Das sind Traumwerte für jeden Bürgermeister. Da wundert es schon fast, dass Scholz sein Wunschziel - die Alleinregierung - nicht mehr schaffte. Zu verdanken hat er das dem Einzug der AfD.

Vernichtend ist die Niederlage für die CDU. Die Hanseaten wählten sie in die Bedeutungslosigkeit. Weiter weg denn je ist die Erinnerung, dass die Hansestadt vor Scholz - von Oktober 2001 bis März 2011 - von einem CDU-Bürgermeister regiert worden ist. Jetzt ist die CDU in Hamburg in etwa so gewichtig wie die SPD in Bayern.

Bundespolitisch wirft die Hamburg-Wahl mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Von einem Comeback der FDP zu sprechen, wäre verfrüht. Aber immerhin ist der Verbleib in der Hamburger Bürgerschaft das erste Erfolgserlebnis für die Liberalen seit zwei Jahren. Die AfD hat einen Achtungserfolg erzielt - und trotz aller Personalquerelen und Richtungskämpfe gezeigt, dass sie nicht nur im Osten ein ernstzunehmender Faktor werden kann. Die CDU muss sich klar werden, wie sie mit der Konkurrenz von rechts umgehen will. Zwischen Ausgrenzung und Umarmungsstrategie tut sich hier ein weites Feld auf. Und die Hamburger Lehre für die SPD? Siegen ist möglich - mit dem richtigen Mann am richtigen Ort.

albert.franz@derneuetag.de
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