Kommentar von Alexander Pausch
Abschied von der paritätischen Krankenversicherung

Fußnote. Karikatur: Tomicek
Es sollte niemanden überraschen, dass die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ab Januar zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Der Schätzerkreis vollzieht nur, was sich längst abgezeichnet hat. Es wäre allerdings zynisch, zu argumentieren, für Versicherte bleibe wegen der geplanten Senkung des allgemeinen Beitragssatzes alles beim Alten.

Zum einen gilt dies nur, wenn man auf die Durchschnittswerte blickt. Von Kasse zu Kasse wird dies ganz anders sein. Entsprechend wird es für manche Versicherte teurer. Künftig müssen Versicherte allein steigende Kosten schultern. Zum anderen wird damit der Abschied von der paritätischen Finanzierung, bei der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in gleichen Teilen in die Krankenkasse einzahlen, zementiert.

Dabei hatte dies die SPD noch im Jahr 2010 der damals regierenden schwarz-gelben Koalition angekreidet. Von ihrer damaligen Forderung, die paritätische Finanzierung wiederherzustellen, ist heute bei Schwarz-Rot nichts geblieben.

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