Kommentar von Alexander Pausch
Barack Obama wird vor allem fernab der USA geliebt

Obamas Mondlandung. Karikatur: Tomicek
Barack Obama agiert wie alle seine Vorgänger im Amt des amerikanischen Präsidenten. Zum Ende seiner Zeit im Weißen Haus hat noch jedes Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten versucht, an seiner Würdigung in den Geschichtsbüchern zu arbeiten. Und da hat der erste farbige Präsident bislang nicht viel zu bieten.

Die erfolgreiche Rettung des Automobilkonzerns General Motors durch dessen zeitweise Verstaatlichung ist längst vergessen. Die Einführung einer Krankenversicherung für alle wird ihm zwar aus europäischer Sicht als Verdienst angerechnet, doch sie spaltet die amerikanische Gesellschaft. Für die Hälfte der Amerikaner ist dies ein sozialistisches Projekt der Bevormundung. Nun ist Obama dabei zwei Projekte umzusetzen, für die ihm zunächst außerhalb der USA die Herzen zufliegen. Zuhause stehen ihm, der sich lange Zeit als Versöhner versucht hat, harte politische Kämpfe bevor.

Sollte sich Obama durchsetzen, wäre nachträglich die voreilige Verleihung des Friedensnobelpreises gerechtfertigt. Gleichwohl wird es Jahre dauern, bis eine Mehrheit der Amerikaner akzeptieren wird, dass sowohl das Atomabkommen mit Iran, als auch Obamas Klimaprogramm langfristig zum Nutzen der USA sind.

___

E-Mail an den Autor:

alexander.pausch@derneuetag.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Kommentare (5734)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.