Kommentar von Alexander Pausch
Bayern darf sich nicht hinter Europa verstecken

Endspurt. Karikatur: Tomicek
Vor 25 Jahren, am 23. Dezember 1989, einen Tag vor dem Heiligen Abend, durchtrennten der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und sein tschechischer Amtskollege Jirí Dienstbier an der Grenze bei Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) den Stacheldraht. Seither wächst auch zwischen Oberpfälzern und Tschechen zusammen, was zusammengehört.

Es sind unter anderem kommunale Partnerschaften entstanden, gemeinsame Projekte angestoßen sowie Kooperationen zwischen Schulen oder Vereinen ins Leben gerufen worden. Europa ist im bayerisch-tschechischen Grenzland in weiten Teilen gelebte Realität. Und doch gilt es noch einen weiten Weg zu gehen.

Mit ihrer Idee eines "gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraumes" (Ilse Aigner) oder "Verflechtungsraumes" (Markus Söder) zielen die beiden bayerischen Minister in die richtige Richtung. Doch Europa darf der Staatsregierung nicht als Feigenblatt dienen. Es ist ihre Aufgabe, in allen bayerischen Regionen für gleiche Lebensverhältnisse zu sorgen. Die EU-Förderprogramme dürfen Regionalförderprogramme des Freistaats nicht ersetzen.

___

E-Mail an den Autor

alexander.pausch@derneuetag.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.