Kommentar von Alexander Pausch
Bisher fehlt eine Antwort auf die ethnische Säuberung im Irak

Brüsseler Spitze. Karikatur: Tomicek
Als im Sommer die Horrornachrichten über die im Irak vorrückende Terrormiliz "Islamischer Staat" nach Deutschland kamen, erfasste eine Welle des Mitgefühls die Bundesregierung. Nach Hilfslieferungen für die Flüchtlinge entschloss sich Deutschland, den Kurden auch Waffen zu überlassen. Zudem wurde ein Dutzend Ausbilder nach Erbil gesandt.

Nun folgt der nächste Schritt. Das Engagement der Bundeswehr bei der Ausbildung der Peschmerga wird deutlich ausgebaut. Dies ist sicher notwendig, soll die Terrormiliz dauerhaft daran gehindert werden, auch den Norden des Irak zu überrennen. Ebenso wichtig sind die US-geführten Luftangriffe auf die Terroristen.

Es ist Vorwärtsverteidigung, wenn die Bundeswehr jene unterstützt, die Dschihadisten und Terroristen die Rückzugsräume nehmen. Noch wichtiger ist aber, dass Deutschland seiner humanitären Verantwortung gerecht wird. Das, was im Sommer 2014 geschah, war eine ethnische Säuberung, wie wir sie aus den Balkan-Kriegen kennen. Darauf muss es eine entschiedene Antwort geben.

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