Kommentar von Alexander Pausch
Die Debatte über Einwanderung nach Deutschland ist eröffnet

Migranten-Monopoly. Karikatur: Tomicek
Das Handwerk hat schon seit längerem erkannt, dass junge Flüchtlinge ein großes Potenzial bieten. Überall gibt es Partnerschaften, um junge Asylbewerber zur Ausbildung in die Betriebe zu bringen. Doch nicht nur in diesem Bereich bleiben immer mehr Stellen unbesetzt.

Seit dem Jahr 2013 vermitteln die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die bundeseigene Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Pflegekräfte aus Serbien, Bosnien-Herzegowina sowie von den Philippinen nach Deutschland. All das zeigt: Der Bedarf an Arbeitskräften ist da - und er wird steigen.

Auf der anderen Seite gibt es Tausende, die in der Flucht nach Deutschland ihr Heil suchen. Ohne Zweifel muss sich die Bundesrepublik zuerst um diejenigen kümmern, die wegen politischer Verfolgung oder Kriegen hierzulande Schutz suchen. Und: Diese Hilfe muss unabhängig von einem etwaigen Arbeitskräftebedarf in der Bundesrepublik erfolgen. Aber es gibt auch Menschen, die die pure Not, die Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland treibt. Es wäre klüger, ihnen einen legalen Weg zu eröffnen. Denn bislang setzen sie auf Schleuser - und zahlen dafür einen hohen Preis.

Mit ihrem Werben für ein Einwanderungsgesetz hat die SPD-Bundestagsfraktion die Debatte eröffnet. Die Verweigerungshaltung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) und von CSU-Landesgruppen-Chefin Gerda Hasselfeldt trägt nicht. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert klüger. Sie will sich erst ein Urteil bilden. Das sollten alle. Und: Alle Bürger sollten sich an der Debatte beteiligen.

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