Kommentar von Alexander Pausch
Die Griechen verdienen europäische Solidarität

Schnittstelle. Karikatur: Tomicek
Griechenland läuft wieder einmal die Zeit davon. Bis Ende Februar muss das angeschlagenen Land mit seinen internationalen Geldgebern eine neue Vereinbarung finden - sonst laufen die Hilfszahlungen aus. Etliche griechische Banken glauben offensichtlich nicht, dass dies gelingt. Die Institute haben vorbeugend Anträge auf Liquiditätshilfe gestellt.

Weder die Äußerungen in Deutschland, noch die Wahlkampfversprechen des neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seines konservativen Koalitionspartners Panos Kammenos lassen an eine Einigung glauben. Am Ende aber muss ein Kompromiss stehen. Wer die Berichte über die Verelendung in Griechenland kennt, wer hört, dass verzweifelte, arbeitslose Eltern ihre Kinder bei der Kirche abgeben, weil sie nicht mehr selbst für sie sorgen können, der weiß, dass die Griechen europäische Solidarität verdienen.

Es muss ja nicht ein Schuldenschnitt sein. Selbst die Bundesbank hat vor einiger Zeit erkannt, dass es in den Krisenländern Vermögen gibt, die bislang nicht herangezogen werden.

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