Kommentar von Alexander Pausch
Die vertrauliche Geburt ist Teil des Bemühens um Frauen in Not

Slapstick-Duo. Karikatur: Tomicek
"Keine schwangere Frau muss in Deutschland ihr Kind allein und heimlich zur Welt bringen", sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Das ist richtig, dank der vor einem Jahr gesetzlich geregelten Möglichkeit zur "vertraulichen Geburt". Zudem garantieren breit gestreute Beratungsangebote, dass die Schwangeren in Notsituationen begleitet werden.

Die Tragik ist, dass es immer wieder Fälle geben wird, in denen Frauen keinen anderen Ausweg sehen, als ihr Kind allein zur Welt zu bringen - mit allen Gefahren für sich und ihr Kind, bis hin zu Kindstötungen, wie jetzt in Neustadt/WN. Alle lassen sich offensichtlich, trotz allen Bemühens, nie erreichen. Entscheidend ist, dass Politik und Gesellschaft nie aufgeben, sich um alle zu bemühen.

Ein Mittel dazu ist, bei aller Kritik, die "vertrauliche Geburt". Denn eine Studie der Universität Wien vom Dezember 2012 zeigt, dass in Österreich seit der Einführung der anonymen Geburt im Jahr 2001 die Zahl der Kindstötungen zurückgegangen ist. Am Ende gilt deshalb das, was Donum Vitae betont: "Das Lebensrecht eines Kindes steht über dem Recht auf Kenntnis der Abstammung."

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