Kommentar von Alexander Pausch
Draghi und der Anleihenkauf

In der Geldpolitik kann es nicht nur bei Ankündigungen bleiben. Irgendwann müssen die Zentralbanken die Erwartungen erfüllen, die sie durch ihre Versprechungen wecken. Andernfalls werden sie unglaubwürdig. Das weiß auch der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. Und: Der Italiener weiß auch, dass er bald einen Beschluss zum Kauf von Staatsanleihen braucht.

Schon nächsten Sonntag könnte der Ausgang der griechischen Parlamentswahl neue Turbulenzen im Euro-Raum auslösen - allen Beteuerungen zum Trotz. Die Unsicherheit wächst, wie der vorsorgliche Antrag von griechischen Geschäftsbanken auf Liquiditätshilfe zeigt.

Draghi muss alles tun, um die Skeptiker ins Boot zu holen. Die Idee, dass die nationalen Zentralbanken nur Anleihen des eigenen Landes kaufen, hat Charme. Schließlich übernimmt so kein Land ein Haftungsrisiko für ein anderes. Letztlich ist der Kauf eine Beschleunigung der Gelddruckmaschine, die die EZB vor Jahren angeworfen hat.

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