Kommentar von Alexander Pausch
Ein Paukenschlag, der allen in den Ohren klingen muss

Feigenblatt. Karikatur: Tomicek
Mit der Vergabe des Friedensnobelpreises im Jahr 2009 an US-Präsident Barack Obama hat das Auswahlgremium in der norwegischen Hauptstadt Oslo seine Unschuld verloren. Die Auszeichnung des Amerikaners war falsch. Es war schon damals klar, dass dieser, durch und durch ein Realpolitiker, dem Preis nie gerecht werden wollte. Was sich bitter bestätigt hat. Nach dieser Enttäuschung konnte es das Komitee nicht mehr viel schlechter machen.

In diesem Jahr ist dem Komitee ein Paukenschlag gelungen. Die Auszeichnung des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi und noch viel mehr der pakistanischen Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai ist eine kluge und begeisternde Wahl.

Der Friedensnobelpreis für den 60-Jährigen und die 17-Jährige ist ein politisches Signal, dass weithin gehört werden muss - und wird. Es sind die Kinder, die nicht nur in den immer zahlreicher werdenden Kriegen den höchsten Preis zahlen. Es sind all zu oft die Kinder, die in unserer modernen globalisierten Welt als Arbeitskräfte missbraucht werden - und wie Papst Franziskus dies in "Evangelii Gaudium" formuliert, ausgegrenzt und als "Abfall" ausgespuckt werden.

Die beiden Nobelpreisträger sind mächtige Anwälte der Kinder in ihren jeweiligen Ländern. Die Mahnungen des Inders und der Pakistanerin richten sich aber nicht nur an die Mächtigen und Herrschenden, sie richten sich an alle Menschen.

Es ist nicht gleichgültig, wo und wie die Waren produziert werden, die hierzulande die Regale füllen. Auch Deutschland trägt eine Verantwortung für Recht und Gerechtigkeit in der Welt, ob das gefällt oder nicht.

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