Kommentar von Alexander Pausch
Endlich begreift die CSU, dass Zuwanderung eine Chance ist

Lupenrein demokratisch. Karikatur: Tomicek
Bayern soll eine Heimat für Zuwanderer sein. Diese Forderung des bayerischen Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer (CSU) war für seine Partei lange Zeit undenkbar. Ministerpräsident Horst Seehofer hat noch vor vier Jahren einen Zuwanderungsstopp für Menschen aus anderen Kulturkreisen gefordert. Dazu zählte der CSU-Chef Araber und auch Türken.

Ausländer waren im Verständnis der CSU über Jahrzehnte hinweg Gastarbeiter, die bald wieder in ihre Heimat zurückkehren. Erst spät haben auch die Christsozialen begonnen zu begreifen, dass Deutschland zwar Gastarbeiter angeworben hat, aber Menschen gekommen sind, die hier Familien gründen und bleiben wollen.

Es ist ein Hoffnungszeichen, dass es endlich auch Konservative akzeptieren, dass Deutschland ein Zuwanderungsland ist. Den Auftakt machte die CDU vor 14 Tagen mit ihrem Kongress in Berlin "Zugewandert - Angekommen?! - Chancen der Vielfalt". Kanzlerin Angela Merkel warb dafür, Zuwanderung als Chance zu begreifen "für jene, die kommen, und ebenso für jene, die schon da sind".

Auch die CSU zieht jetzt nach, wie der Integrationsgipfel der Staatsregierung zeigt. Es ist von "Kultur des Miteinanders" und von "Kultur der Wertschätzung" die Rede - ermutigende Signale, denen Taten folgen müssen.

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