Kommentar von Alexander Pausch
G7-Gipfel sind notwendig, bei allen Qualen für Betroffene

Der Auftakt zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau ist rundherum gelungen. Die Bilder aus dem Dorf Krün mit Angela Merkel und Barack Obama beim Weißwurst-Frühstück und beim Händeschütteln zeigen, worum es bei Gipfeltreffen zuvorderst geht. Um den persönlichen Kontakt, um eine gedeihliche Atmosphäre zwischen den Staats- und Regierungschefs.

Und wer, wie die Bundeskanzlerin und der US-Präsident einen Vormittag bei Sonnenschein in entspannter Runde verbracht hat, der wird sich - allen schwerwiegenden Differenzen zum Trotz - auch gelassener begegnen. Die Arbeit machen ohnehin die Diplomaten. Für sie sind die Gipfel Zwischenziele, die es erfolgreich zu erreichen gilt. Schließlich will kein Staat nach einem Treffen mit leeren Händen dastehen.

Dennoch sollte niemand die Hoffnungen zu hoch schrauben. Die Zeiten, in denen die G7 die Welt hätten retten können, hat es nie gegeben. Und angesichts der aufstrebenden Macht China wird dies auch nie so sein. Aber es ist gut, sich in der multipolaren Welt abzustimmen. Dazu sind G7-Gipfel notwendig. Diese sollten aber nicht in allzu großer Abgeschiedenheit stattfinden, auch wenn es Qualen für die Menschen der jeweiligen Region bedeutet.

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