Kommentar von Alexander Pausch
Hoffnung auf Reformen

Weltraumnation, Industrieland und Atommacht, oder doch nur Schwellen- oder gar Entwicklungsland? Es gibt viele Begriffe, um Indien zu beschreiben. Nur alle zusammen spiegeln die Wirklichkeit des Landes mit seinen mehr als 1,2 Milliarden Einwohnern wider. Trotz aller wirtschaftlichen Erfolge müssen noch immer knapp 69 Prozent, das heißt rund 800 Millionen Menschen, von weniger als zwei Dollar am Tag leben.

Noch gilt Indien als schwieriger Markt: Zölle, ausufernde und lähmende Bürokratie, aber auch die allgegenwärtige Korruption machen Investoren das Leben schwer. Zudem macht sich erste Enttäuschung breit, weil die erhoffte Dynamik ausgeblieben ist. Dabei war kaum zu erwarten, dass binnen eines Jahres alles besser wird. Denn Premier Narendra Modi muss bei seinen Reformen einen Ausgleich zwischen wirtschaftsliberalen und religiös-nationalistischen Kräften in seiner Bharatiya Janata Partei (BJP) finden.

Gleichwohl verbindet sich mit Modis Wahlsieg ein klares Signal für Modernisierung. Um dies zu erreichen, braucht Indien Hilfe aus dem Westen. Eine Chance für Deutschland, den größten indischen Handelspartner in Europa.

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