Kommentar von Alexander Pausch
Im Fall Griechenland dürfen sich die Politiker nicht verstecken

Farbe bekennen. Karikatur: Tomicek
Es bleiben noch einige Tage, um die Folgen einer abermaligen Rettung Griechenlands oder ein Ausscheiden des von der Pleite bedrohten Landes aus dem Euro zu debattieren. Die Fronten sind klar: Einige sehen aus ökonomischen Gründen im Verlassen des europäischen Währungsverbundes durch die Griechen den einzigen Ausweg. Andere plädieren für eine weitere Unterstützung, vor allem aus politischen Gründen.

Letztere haben erkannt, worum es im Kern in der Europäischen Union geht: Eine neuerliche Konfrontation zwischen den Staaten, eine Spaltung Europas zu verhindern. Dazu braucht es Kompromisse, wie seit der Gründung der europäischen Gemeinschaft. Kompromisse lassen sich aber nur erreichen, wenn die Staats- und Regierungschefs ihre politische Führungsaufgabe auch wahrnehmen und sich nicht hinter Technokraten verstecken.

Griechenland wird in jedem Fall weiter europäische Hilfe brauchen, unabhängig davon, ob das Land den Euro behält oder nicht. Aber nach einem Verlassen der Euro-Zone werden wieder die Finanzspekulanten den Ton angeben. Sie werden auf das Ausscheiden eines weiteren Euro-Mitglieds spekulieren. Das wäre eine neuerliche Niederlage der Politik.

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