Kommentar von Alexander Pausch
Im Finanzsystem fehlt es an Transparenz und Kontrolle

"Wir müssen uns jetzt am Riemen reißen!" Karikatur: Tomicek
Seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 werden Banker als gierige Zeitgenossen gebrandmarkt. Die jüngste Enthüllung über die Machenschaften der Schweizer Filiale der Großbank HSBC, der zweitgrößten der Welt, wird dies noch verstärken. Doch mit der moralischen Kategorie Gier zu argumentieren, führt nicht zum Ziel. Denn im System der modernen Finanzwelt geht es darum, Geld zu machen, je mehr, desto erfolgreicher. Wer da nicht mithalten will, geht unter.

Die richtige Antwort auf die Krisen und Machenschaften in der Finanzwelt lautet Transparenz und Kontrolle. Das müssen im Zusammenspiel Finanzmarktaufsicht und Justiz leisten. Lange Zeit scheiterte dies an einem falschen Verständnis des Bankgeheimnisses. Doch es soll nur davor schützen, dass jeder Einblick erhält, aber es darf nicht den Staat fernhalten.

Wenn sich die G20-Staaten jetzt aufraffen, gemeinsam Steuervermeidung und -flucht zu bekämpfen, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen. Denn der Schaden ist groß, vor allem in Entwicklungsländern. Häufig fließt mehr Geld ab, als von außen als Hilfe kommt.

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