Kommentar von Alexander Pausch
Jemen stürzt in den Abgrund

Wer Feind und wer Freund ist, lässt sich im Nahen Osten schon immer schwer sagen. Zu oft wechselten in der Vergangenheit die Konstellationen. Doch die jüngst gebildeten Allianzen lassen mehr denn je daran zweifeln, ob es auf westlicher Seite eine langfristige Strategie gibt.

Während die US-Luftwaffe im Irak den Verbündeten des Iran den Weg freibombt, attackieren Alliierte der USA wie Saudi-Arabien und einige Golfstaaten mit politischer Rückendeckung aus Washington im Jemen die vom Regime in Teheran unterstützte schiitische Huthi-Miliz.

Die Huthi ihrerseits werden inzwischen vom ehemaligen jemenitischen Alleinherrscher Ali Abdullah Saleh unterstützt. Dieser war, bis der arabische Frühling 2011 auch den Jemen erfasste und er aus dem Amt getrieben wurde, ein Verbündeter der USA und Saudi-Arabiens im Kampf gegen die Terrorgruppe Al-Kaida, die auch im Jemen ihre Basen hat.

Nun wird aus dem Bürgerkrieg ein regionaler Krieg. Auf der Strecke bleiben die Menschen. Von Felix Arabia, dem glücklichen Arabien, wie das Gebiet im Süden der arabischen Halbinsel im Altertum genannt wurde, kann schon lange keine Rede mehr sein.

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