Kommentar von Alexander Pausch
Kampf der

Öl-Mächte

Was den Verbraucher freut, ist des Ölproduzenten Leid. Dennoch war es zu erwarten, dass sich die Opec dem Preisverfall beim Erdöl nicht entgegenstemmt. Letztlich kann die Organisation es auch gar nicht mehr. Die zwölf Produzenten verfügen längst nicht mehr über die Marktmacht, die sie in den 1970er Jahren hatten. Ohnehin hatte die Opec schon seit drei Jahren keine Quoten mehr festgelegt - und eine interne Einigung war weder vorbereitet, noch lässt sie sich über Nacht herbeiführen.

Vor allem aber hatte Saudi-Arabien, das Land mit den größten Ölreserven, schon vor dem Treffen signalisiert, dass es diesen Schritt nicht will. Mehr noch, die Saudis haben ihrerseits in den Monaten vor dem Treffen die Preise gesenkt, um Marktanteile sowohl in Asien als auch in den Vereinigten Staaten zu behaupten.

Dank des Fracking-Booms sind die USA längst auf dem Weg zum Öl- und Gas-Exporteur. Gut möglich, dass die Saudis darauf setzen, dass bei einem niedrigen Ölpreis die Amerikaner als Erste aufgeben. Den Verbraucher kann der Kampf um Marktmacht freuen. Klar ist aber auch: Ewig währt der billige Ölpreis nicht. Der Energiehunger wächst rund um den Erdball.

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