Kommentar von Alexander Pausch
Mario Draghis letzte Granate

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Pulver verschossen. Mehr als nun für eine Billion Euro Staatsanleihen zu kaufen, kann sie nicht tun. Die Instrumente Leitzins auf Null sowie Strafzins und Notkredite für Banken hat sie schon zuvor angewandt. Und die sprichwörtliche "Dicke Berta" bringt der italienische Zentralbank-Präsident Mario Draghi seit einigen Jahren zur Bekämpfung der Krise im Euro-Raum zum Einsatz.

Der Erfolg ist zweifelhaft. Unbestritten hat die EZB wesentlich dazu beigetragen, den Euro zu retten und die Lage im Euro-Raum zu stabilisieren. Doch trotz des Füllhorns, das die Zentralbanken weltweit über den Kapitalmärkten ausschütten, ist keine nennenswerte Inflation entstanden. Einzig die Preise für Aktien oder Immobilien sind gestiegen. Es entstehen neue Blasen und damit neue Risiken.

Dennoch ist der Glaube an die Allmacht der Zentralbanken ungebrochen, obwohl diese von Jahr zu Jahr die Gelddruckmaschine schneller laufen lassen. Früher oder später werden die Menschen erkennen, dass es diese Allmacht nicht gibt. Es wäre gut, wenn die Politik auf diesen Zeitpunkt vorbereitet ist.
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