Kommentar von Alexander Pausch
Michail Gorbatschow gibt den Sekundanten Wladimir Putins

Investitionsprogramm. Karikatur: Tomicek
Auch Michail Gorbatschow denkt in den alten Kategorien von Herrschaft, Unterwerfung und Einfluss-Sphären. Der einstige sowjetische Staatschef, der nicht nur wegen seines Beitrags zur deutschen Wiedervereinigung zu Recht gefeiert wird, sondern auch wegen des Endes des Kalten Krieges, gibt den Sekundanten für den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Es ist richtig, dass Russland und der Westen in eine Neuauflage des Kalten Krieges steuern. Davor warnt nicht nur der 83-jährige Friedensnobelpreisträger Gorbatschow. Doch allen Fehlern westlicher Außenpolitik zum Trotz sollte der ehemalige kommunistische Parteichef die Verantwortlichen dafür nicht in Berlin, Brüssel oder Washington suchen.

Gorbatschow sollte sich an seine eigene Regierungszeit erinnern. Damals erkannte er, dass er den Freiheitsdrang der osteuropäischen Völker und deren Wunsch nach Selbstbestimmung nicht mit Waffen niederschlagen kann und darf. Diese Einsicht fehlt Putin. Das sollte auch Gorbatschow erkennen.

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