Kommentar von Alexander Pausch
Obama und Ruhani müssen ihre Hardliner-Opposition zügeln

Hellas-Platte. Karikatur: Tomicek
Das Atom-Abkommen zwischen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran ist ein historischer Erfolg. Es bietet eine einmalige Chance auf einen Neubeginn: im Land und in der Region. Das Abkommen trägt dazu bei, eine im Strudel von Gewalt und Krieg versinkende Region sicherer zu machen.

Die Menschen im Iran haben das verstanden. Für sie ist die Übereinkunft nicht nur ein Versprechen auf eine Zukunft ohne die Drohung eines Angriffs, sondern vor allem ein Versprechen auf Prosperität. Darin liegt eine große Chance für Europa und die USA. Das Land mit seinen 78 Millionen, zum Teil sehr gebildeten und wohlhabenden Bürgern ist ein lukrativer Markt. Gleichzeitig sollte niemand seine Hoffnungen zu hoch hängen, dass das Regime nun schnell den Griff lockert und mehr Pluralität und Demokratie zulässt.

Aber das Abkommen stärkt Präsident Hassan Ruhani. Und es eröffnet die Chance, dass er und sein Reformlager aus den Wahlen im Frühjahr 2016 gestärkt hervorgehen. So wie US-Präsident Barack Obama hat auch er mit einer Opposition aus Hardlinern zu kämpfen. Sollte deshalb Teheran zu sehr an den Fesseln zerren, könnte neues Misstrauen geschürt werden. In Washington drohen die Republikaner, das Abkommen zu sabotieren. Auch das wäre Gift für die Aussöhnung.

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