Kommentar von Alexander Pausch
Politiker und Gesellschaft müssen über Sonntagsarbeit entscheiden

Taschenspieler. Karikatur: Tomicek
"Nur sechs Tage sind der Arbeit! Doch am siebten Tag sollst Du ruh'n, sprach der Herrgott, doch wir haben auch am siebten Tag zu tun", sang das Sextett "Comedian Harmonists" in seinem Lied "Wochenend und Sonnenschein" zu Beginn der 1930er Jahre. Allerdings hatte die erste deutsche Boygroup damals nicht die Sonntagsarbeit im Sinn, sondern das Glück, den letzten Tag der Woche unbelastet von der Arbeit mit seinen Liebsten zu genießen.

Diese Sehnsucht teilen auch in der heutigen Zeit viele. Doch inzwischen kann jeder vierte Beschäftigte sie nicht an jedem Wochenende des Jahres stillen, weil er arbeiten muss - noch im Jahr 1992 war es nur jeder fünfte Beschäftigte.

Bei Feuerwehr, Polizei, in Krankenhäusern und Pflegeheimen wird wohl jeder die Notwendigkeit verstehen, dass auch am Sonntag das Personal da sein muss. In anderen Bereichen ist dies eine Frage der Abwägung zwischen wirtschaftlichen Einbußen und Lebensqualität. Diese Abwägung dürfen Politiker und Gesellschaft nicht den Gerichten überlassen. Sie müssen dies gemeinsam regeln.

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