Kommentar von Alexander Pausch
Putin hat gewonnen, Obama versinkt im Sumpf

Dieses Mal wird alles anders ... Karikatur: Tomicek
Russland hat seine Lehre aus der afghanischen Falle gezogen, in die die Regierung des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter die UdSSR lockte. Voller Freude schrieb dessen Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski als im Jahr 1979 sowjetische Truppen die Grenze überschritten: "Nun haben wir die Möglichkeiten, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu bereiten."

Diese Zeiten liegen Jahrzehnte zurück. Doch auch heute, lange nach Ende des Kalten Krieges, tobt das Nullsummenspiel - und der Kampf um Einflusszonen ist heftiger denn je. Ukraine, Syrien, Iran und nicht zuletzt Irak heißen nur einige der Länder, um die eine große Zahl von Staaten in wechselnden Allianzen ringen. Ihr Ziel: Dem Gegner schaden, ohne die eigenen Interessen zu gefährden oder gar zu beschädigen. Heute sitzt der Westen in der Falle. Im Konflikt um die Ukraine hat Wladimir Putin gewonnen. Dank der russischen Einflusszone im Osten bestimmt der Kremlchef das Schicksal des Nachbarn mit. Dessen Armee ist am Ende und das Freihandelsabkommen mit der EU ist ausgesetzt. Auf Letzteres hätte sich Europa auch vor dem Bürgerkrieg einlassen können. Es ist offensichtlich, der Westen hat Putin unterschätzt.

Das gilt auch im Nahen Osten. Putin, der immer an der Seite von Syrien und Iran stand, kann genüsslich zusehen, wie US-Präsident Barack Obama immer tiefer in den Sumpf rutscht, in dem er feststeckt. Zumal die US-Angriffe auf die IS-Miliz Putins Verbündete stärken. US-Generäle beginnen bereits zu ahnen, dass es mit diesen Luftangriffen nicht getan sein wird.

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