Kommentar von Alexander Pausch
Schwarz-Rot hat den Tarifkonflikt bei der Bahn selbst angeheizt

Deutsches Schienennetz. Karikatur: Tomicek
Der Tarifkampf bei der Bahn wird mit einer Verbissenheit geführt, die viele Außenstehende verständnislos den Kopf schütteln lässt. Zumal beide Seiten in den vergangenen zehn Monaten mehrfach den Eindruck aufkommen ließen, sie seien auf einem guten Weg sich zu einigen.

Mit ihrem achten Streik sind die Lokführer nun drauf und dran, auch den letzten Rest an Sympathie bei den Bahnfahrern zu verspielen. Das weiß auch die Führung der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL). Doch die GDL fürchtet um ihre Existenz. Der Bundestag berät derzeit das Tarifeinheitsgesetz, das bereits zum 1. Juli in Kraft treten könnte. Dann aber, so befürchtet die GDL, werde sie gezwungen, nach der Pfeife der größeren Konkurrenz, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), zu tanzen.

Das Kopfschütteln in der schwarz-roten Regierungskoalition über die GDL ist scheinheilig. Denn sie hat die jüngste Eskalation durch ihren Gesetzentwurf befördert. Am Ende aber wird es nur Verlierer geben, auch in der Politik. Denn die GDL wird es sich nicht nehmen lassen, vors Verfassungsgericht zu ziehen. Dort wurde die Tarifeinheit im Jahr 2010 gekippt.

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