Kommentar von Alexander Pausch
Streikwillen der Erzieherinnen zeigt ihren tief sitzenden Frust

Warnsignal. Karikatur: Tomicek
"Nicht schon wieder" dürfte Eltern durch den Kopf geschossen sein, als sie von den neuerlichen Streikdrohungen von Verdi in Kitas hörten. So wie in Bayern kämpfen sich in vielen Bundesländern Eltern von Kleinkindern gerade mühsam durch die Ferienzeit, in der sie häufig selbst die Betreuung ihrer Jüngsten organisieren müssen.

Da der Jahresurlaub vieler Eltern kaum ausreicht, um alle Freienzeiten abzudecken, werden Großeltern und Freunde eingespannt, um die Tage zu überbrücken, in denen die Kindertageseinrichtung geschlossen bleibt. Wenn dieses Phase wegen eines Streiks länger werden sollte, dürften Eltern kein Verständnis mehr aufbringen.

Auf der anderen Seite, sollte sich die Politik fragen, wie tief der Frust bei den Erzieherinnen sitzen muss, wenn diese einen Kompromiss ablehnen, den die Verdi-Führung für tragbar hielt. Offensichtlich empfinden sie eine große Kluft zwischen politischen Lobreden auf ihre Arbeit und der Wertschätzung.

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