Kommentar von Alexander Pausch
Übermäßiger Antibiotika-Einsatz: Alle müssen umdenken

Gute-Nacht-Geschichte. Karikatur: Tomicek
Allein die Zahlen zum Antibiotika-Einsatz zeigen, dass es hierzulande ein Missverhältnis gibt. Rund 1400 Tonnen sind im Jahr 2013 in Deutschland in der Tiermast eingesetzt worden, rechnet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor. Zum Vergleich: In der Humanmedizin sind es mit rund 800 Tonnen deutlich weniger. Das ergab eine von der Bundestagsfraktion der Grünen 2013 veröffentlichte Studie.

Die Hochburgen des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast liegen im Westen von Niedersachsen und im Norden von Nordrhein-Westfalen. Dort wurden zwischen 500 und 800 Tonnen eingesetzt. Dagegen sind es in den Kreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Neustadt/WN, Tirschenreuth sowie den Städten Amberg und Weiden weniger als fünf Tonnen.

Längst warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass "resistente Keime aus der Tierproduktion auf Lebensmittel wie Fleisch übertragen werden". Die Mahnung, auf Küchenhygiene zu achten, ist aber zu wenig. Das Problem darf erst gar nicht entstehen. Es gilt durch Richtlinien und strenge Kontrollen gegenzusteuern.

Zu Recht gibt es aber auch Mahnungen von Medizinern in Richtung Ärzte, zurückhaltender und maßvoll mit Antibiotika umzugehen. Die Patienten sollten diesen Rat akzeptieren.

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