Kommentar von Alexander Rädle
0,2 Cent pro Kilometer sind kein Wettbewerbsnachteil

Kauderwelsch. Karikatur: Tomicek
Für fünf Euro im Fernbus von Nürnberg nach München. Für die gleiche Strecke sind mit dem Zug rund 37 Euro fällig, für die Autofahrt etwa 45 Euro - sagt der Vergleichsrechner im Internet. Warum geht das so günstig? Fernbusbetreiber müssen vergleichsweise wenig investieren. Während die Bahn auf eigene Kosten Strecken vorhalten muss, dürfen Fernbusunternehmen Autobahnen ohne Entgelt nutzen - obwohl das Gewicht der Busse die Straßen ähnlich schädigt wie Lastwagen. Die müssen dafür aber zahlen. Wie möglicherweise bald auch Autofahrer. Eine Ungerechtigkeit.

Die Buslobby ist dennoch wenig begeistert, spricht von einem gravierenden Wettbewerbsnachteil. Eine maßlose Übertreibung. Experten gehen von 0,2 Cent Maut pro Personenkilometer aus. Die derzeitigen Lastwagen-Gebühren zugrunde gelegt, wären für einen dreiachsigen Bus der Schadstoffklasse Euro V für die 169 Kilometer zwischen den ZOBs in München und Nürnberg 23,82 Euro fällig. Auf die Strecke München-Nürnberg müsste jeder Fahrgast 34 Cent mehr bezahlen. Kein Vermögen, aber ein gerechter Beitrag, um die Infrastruktur instandzuhalten.

alexander.raedle@derneuetag.de
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