Kommentar von Alexander Rädle
Bahn kämpft weiter an allen Fronten

Mobilmachung. Karikatur: Tomicek
Weniger Menschen im Führerstand. Diese Botschaft vermittelt Bahn-Chef Rüdiger Grube mit seinem Vorstandsumbau. Er möchte die Bahn wieder auf Kurs bringen. Doch die kämpft an allen Fronten - mit dem Straßenverkehr (Lastwagen und Fernbusse), mit Konkurrenten auf der Schiene und den Billigfliegern. Und dabei soll der Konzern auch noch Gewinne erwirtschaften - ganz im Gegensatz zur Autobahn, dem Hauptkonkurrenten.

Es ist wie beim Gleisbau. Wenn der Bahndamm marode ist, reicht es nicht, nur die Gleise und Schwellen auszutauschen. Dafür ist die Politik zuständig. Sie hat den Konzern über Jahre nahezu systematisch destabilisiert. Sie hat ihm mit Fernbussen und Privatbahnen Konkurrenz verordnet - völlig klar, dass der einstige Monopolist dann Marktanteile und Einnahmen verlieren muss. Dazu kommt: Seit Jahren investiert der Bund wesentlich mehr Geld in Straßen als in Eisenbahn-Strecken und Züge.

Grubes neue Bahn-Reform ist der Versuch, aus den schlechten Rahmenbedingungen das Beste zu machen. Sie bringt Synergieeffekte, etwa durch die Fusion der zwei Holdings für Netz und Betrieb. Politische Fehler kann aber auch sie nicht ausgleichen.

alexander.raedle@derneuetag.de
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